Avalon-Fantasien - Band 3



Band 3: Avalons Vermächtnis
Prolog 1: Bericht Perry Rhodan
Atlan ist bei Perry Rhodan zu Gast im Bungalow der Familie Rhodan am Goshun-See.
Zusammen schauen sie eine Nachrichtensendung, in der über im Vatikan gefundene alte Schriften berichtet wird, die besagen, dass sich gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges Dinge in der Sixtinischen Kapelle zugetragen haben, die zwar damals unerklärlich waren, aber mit dem Wissen der heutigen Technik die Vermutung nahe legen, ein Außerirdischer habe massiv in die irdische Geschichte eingegriffen. Der Reporter stellt die Vermutung auf, dass es Lordadmiral Atlan war.
Atlan lächelt nur, als er den Bericht sieht. Ihm war immer klar, dass diese Dokumente früher oder später gefunden werden. Er wundert sich sogar darüber, dass es so lange gedauert hat.
Perry fragt ihn, ob er damals wirklich für diese Vorgänge verantwortlich war. Atlan bejaht und erklärt seinem Freund, dass er sich zu massivem Eingreifen veranlasst sah, weil die Hexenverfolgungen nicht nachließen. Die Zahl von ca. einer Million verbrannten Hexen und Hexern auf den Scheiterhaufen in Europa hält er sogar noch für viel zu niedrig geschätzt.
Damals war es ihm egal, ob er Spuren in der Geschichtsschreibung hinterlässt, so angespannt war die politische und religiöse Situation nach dem Westfälischen Frieden.
Der Bericht und die anschließende Diskussion lösen bei Atlan wieder einen Erinnerungsschub aus.
Perry handelt unmittelbar. Er ruft Gucky und gibt ihm den Auftrag, Michael so schnell wie möglich aus seiner Lehrveranstaltung herauszuholen und herzubringen.
Gucky muss sich erst telepathisch informieren, wo Michael genau ist. Das fällt ihm schwer, weil er ihn durch seine Mentalstabilisierung nicht direkt einpeilen kann, sondern erst durch andere Studenten und Lehrer seinen Aufenthaltsort ermitteln.
Während dessen kämpft Atlan mit seinem aktivierten Extrasinn.

Prolog 2: Bericht Michael Rhodan
Michael diskutiert gerade mit einem Lehrer der Hochschule über seine Benotung, die ihm wieder einmal zu gut erscheint, als Gucky auftaucht.
Michael ist völlig überrascht. Der Mausbiber unterbricht ihn gerade, als er so richtig „in Schwung“ ist. Gucky lässt auch keinen Zweifel daran, dass es eilig ist, sonst wäre er nicht per Teleportation hier erschienen.
Das Gespräch mit dem Lehrer muss er abbrechen, was diesem auch sehr recht ist, wie Gucky aus dessen Gedanken liest, weil dem die Argumente ausgingen, dass er ihn eben nicht bevorzugt habe, sondern die Arbeit wirklich so gut war.
Michael wird von Gucky direkt bei Perry und Atlan abgesetzt und von seinem Vater über die Situation kurz informiert.
Bei der Aussicht auf die Erzählung von Atlan ist sein vermeintlicher Ärger über den Professor sofort verraucht.

Bericht Atlan:
Atlan hält sich 1648 noch in Deutschland auf. Er reist über das verwüstete Land und fragt sich, wie er dieses Morden endlich verhindern kann.
Dabei erinnert er sich: das ganze Land ist vom Krieg überzogen, der zu Anfang als Religionskrieg zwischen Katholiken und Protestanten begann und schließlich zu einem Krieg um politische Macht wurde. Der schwedische König Gustav Adolf, den er selbst als jungen Mann geschult hatte, ist gefallen. Atlan selbst war in die Kämpfe verwickelt und gezwungen, seinen Zellaktivator zu verschlucken – wieder einmal. Die Operation war diesmal sehr schwer und er brauchte lange, sich zu erholen.
Deutschland ist religiös jetzt zweigeteilt. Der Süden ist überwiegend katholisch geblieben, der Norden weitgehend protestantisch.
Nun will er zurück in seine Kuppel, um erstmal wieder Ruhe zu finden.
Da erreicht ihn ein Anruf von Rico. Dieser hat die Priesterin Talia aufgeweckt, weil ihre maximale Zeit des Tiefschlafs, die ein gesundes Individuum ohne Schäden überstehen kann, sich ihrem Ende nähert. Und Rico ist der Meinung, Atlan könne nach den Schrecken eine schöne Zeit zusammen mit ihr gebrauchen. Er schlägt einen Urlaub auf der dafür eingerichteten Südseeinsel vor.
Atlan erklärt sich einverstanden und gesteht sich ein, dass er kaum eine andere Wahl hat, weil sein Chefroboter wieder einmal eigenmächtig gehandelt hat, indem er Talia ohne Rücksprache mit ihm aufweckte. Immer mehr vermutet er, dass Rico wohl mehr unter den Barbaren agierte, als er bis jetzt weiß.
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Das Wiedersehen von Atlan und Talia ist auf der einen Seite liebevoll und herzlich, aber ihre Gefühle sind immer noch stark im Zweifel, genau wie bei ihrem Einschlafen nach ihren Abenteuern zusammen mit Richard Löwenherz. Sie fühlt sich deutlich älter und befürchtet, dass sie nicht nur „älter“ aussieht, sondern ihr Organismus wirklich alt wird und diese Prozedur nicht noch einmal überstehen kann.
Sie einigen sich, die Aussprache darüber zu verschieben, bis sie auf der Insel sind und dort ein paar Tage ausgespannt haben. Talia hat ihr Problem, Atlan muss die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges verarbeiten. Es war viel schlimmer als das, was er während des Methankrieges im Großen Imperium als Flottenadmiral erlebt hatte, weil es hier alles so „primitiv“ ablief, es wurde teilweise ohne Sinn und Verstand gemetzelt.
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In einem kleinen Dorf in Süddeutschland kehren sie in einem recht sauberen Wirtshaus ein. Talia reist wieder in Männerkleidung, um sich freier bewegen zu können.
Dabei erfahren sie von den Gästen und den Wirtsleuten, dass am nächsten Tag ein Mann als Ketzer und Teufelsbeschwörer verbrannt werden soll. Der Hexen- und Teufelswahn ist trotz des Krieges immer noch nicht vorbei.
Atlan ist entsetzt. Er erfährt, wo der Mann gefangen gehalten wird.
Im Schutz eines Deflektorschirmes und eines Schutzschirmes dringt er abends in das Gefängnis ein und befreit den Mann. Sofort fällt ihm auf, dass er zwar sehr erschöpft und verletzt ist, aber ein ungewöhnliches Charisma für diese Zeit ausstrahlt.
Die Wachen werden von Atlan mit dem Lähmstrahler betäubt und per Psychostrahler angewiesen, alles zu vergessen. Später werden sie befragt und können sich an nichts erinnern. Da man den Vorfall nicht erklären kann, lässt man es auf sich beruhen und verbreitet die Nachricht, der Mann wäre vom Teufel, dem er seine Seele verkauft hat, befreit worden.
Atlan nimmt den Mann, Manfred mit in sein Zimmer im Gasthof und versorgt ihn zusammen mit Talia medizinisch. Dabei fällt ihm auf, dass er zwischen den Augenbrauen ein kleines Muttermal hat. Er schaut es sich näher an und erkennt das Zeichen der Priester des Alten Glaubens, den blauen Halbmond, den auch Talia immer noch trägt.
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Manfred ist total verschreckt. Atlan kann nur sehr schwer sein Vertrauen gewinnen, obwohl er ihn gerettet hat. Talia kommt besser an ihn heran. Er entdeckt ihr Halbmond-Zeichen auf der Stirn und taut sichtlich auf.
Atlan hält ihn auch vor den Wirtsleuten in seinem Zimmer versteckt.
Tagsüber mischt er sich unter die Bevölkerung und hört sich scheinbar interessiert und schockiert die haarsträubenden Berichte über die Flucht des Hexers an.
Am kommenden Abend verlässt er zusammen mit Talia und Manfred den Gasthof. Sie ziehen in der Nacht ein paar Dörfer weiter. Dort weiß man nichts von den Vorfällen. Sie bleiben einige Tage und er und Talia gewinnen langsam Manfreds Vertrauen und Atlan seine Freundschaft.
Bei einem dieser vertraulichen Gespräche vertrauen sie ihm an, wer sie sind. Manfred will Atlan von da an nur noch ehrfürchtig behandeln, wird von ihm allerdings schnell wieder davon abgebracht.
Manfred erzählt ihnen, dass er wohl einer der letzten Druiden des Alten Glaubens ist. Von der Insel in England hat er gehört, das ist überliefert worden. Aber der Zugangscode ist vergessen.
Auch von der Legende des Zeitenherrschers, des Merlins wusste er schon lange, seine Eltern hatten ihm davon erzählt. Aber dass er ihn selbst trifft, kann er kaum fassen.
Manfred will bald wieder zurück. Er ist Anführer einer Gruppe von Priesterinnen und Druiden, seiner Meinung nach den letzten in Deutschland, die unabhängig von der Religionszugehörigkeit bedürftigen Menschen helfen. Er war eine längere Strecke allein unterwegs. Seine Leute wissen nicht, was mit ihm passiert ist und werden ihn längst suchen oder für tot halten.
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Manfred führt Atlan und Talia zu dem Versteck ihrer Gruppe.
Auch dort müssen sie erst gegen Misstrauen und Vorsicht kämpfen. Aber durch die Fürsprache Man-freds, Atlans entsprechendes Auftreten und einige technische Tricks lassen sich alle überzeugen.
Die ganze Gruppe ist zum Schluss erfreut, dass sie vom Schicksal auserwählt sind, den Zeitenherrscher zu treffen.
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Inzwischen kommen Nachrichten, dass es noch mehr Zwischenfälle ähnlich dem mit Manfred gab. Anscheinend suchen die Menschen jetzt, wo es nur noch kleine Scharmützel gibt, nach einem Ventil für ihre aufgestauten Gefühle nach dem unendlich langen Krieg. Atlan hat den Eindruck, dass das von Kirchenfürsten teilweise bewusst gesteuert wird, die ihre Macht in Gefahr sehen.
Atlan und maßgebliche Leute der Gruppe überlegen, wie sie helfen können. Dass sie die Vorgänge an sich nicht unterbinden können, ist ihnen sehr bewusst.
Vorerst fällt ihnen nichts ein. Atlan erwägt zwar den Plan, nach Rom zu reisen und ein nachdrückliches Gespräch mit dem Papst und dem Großinquisitor zu führen, aber vorher hält er es für nötig, die Frauen und Männer umfassender zu schulen.
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Atlan reist kurz nach England und erkundet die Lage in dem ehemaligen Fischerdorf an dem See von Avalon, das jetzt eine kleine Stadt ist. Er spricht mit einigen älteren Fischern. Die kennen zwar noch die Legende von König Artus und der „Insel der Feen“, aber von ihnen und auch ihren Großeltern ist niemand mehr übergesetzt worden.
Atlan gibt sich als reisender Gelehrter aus, der zusammen mit seinen Helfern die Legende der Insel untersuchen möchte.
Im Gasthaus des kleinen Städtchens reserviert er Zimmer für eine Reisegruppe von Gelehrten.
Insgesamt stellt er fest, dass England vom Krieg wesentlich weniger mitgenommen ist als das europäische Festland.
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Atlan fordert Rico aus der Kuppel an. Der Roboter erscheint in der Maske eines Edelmannes und Freundes von Atlan.
Bei einem großen Fest betäuben sie die Gruppe von Manfred mit Schlafmittel im Wein und bringen ihnen durch Psychostrahler Englisch bei. Anschließend bringen sie diese mit dem Gleiter nach England in die kleine Stadt.
Dort wachen sie auf und wundern sich, wie sie hierher gekommen sind. Atlan, Talia und Rico machen nur vage Andeutungen, die den Ruf von Atlan als Merlin noch verstärken.
Atlan kauft für alle Pferde und Boote für die Überfahrt, ohne allerdings Fischer mitzunehmen. Er möchte keine neue Legende schaffen.
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Sie setzen zur Insel über und Atlan „teilt die Nebel“. Die Menschen sehen die alte Legende direkt bestätigt.
Die Insel ist inzwischen wieder völlig von der Natur überwuchert worden. Aber gemeinsam schaffen sie sich einen Wohnraum. Die gemeinsame körperliche Arbeit verbindet alle noch mehr.
Atlan schult sie mit den unangetasteten Hypnoschulungsgeräten in der Höhle.
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Nach der Ausbildung, die für alle eine sehr schöne Zeit ist, in der sowohl die körperlichen als auch die geistigen Wunden heilen, beraten sie über die Zukunft.
Atlan sieht nicht mehr viel Sinn darin, die Arbeit in Deutschland und auch in Europa in dieser Form fortzusetzen.
Sie einigen sich darauf, dass Atlan sie gruppenweise über den neuen Kontinent, Amerika, verteilt, damit sie versuchen, neue Keimzellen des Wissens und der Toleranz zu schaffen.
Dabei entscheiden sie einstimmig, sich auf die Seite der Ureinwohner, der Indianer zu stellen. Zum einen, weil die Kolonialmächte meistens als Unterdrücker kommen und nicht als Freunde. Die Indianer werden immer weiter zurückgedrängt. Der andere Grund liegt in dem Glauben der Indianer. Sie sehen darin größere Gemeinsamkeiten zu ihrem Alten Glauben als durch das Christentum.
Als Talia an diesem Abend neben ihm eingeschlafen ist, denkt Atlan nach. Er gesteht sich ein, dass er – wenn er sein Ziel, die Heimreise nach Arkon – so schnell wie möglich erreichen will, eigentlich die Kolonialmächte unterstützen müsste. Aber ihm gehen die Eroberungssucht und die Unmenschlichkeit gegen seine eigenen Wertvorstellungen.
Er erkennt, dass er schon sehr viel von dem alten Flottenadmiral verloren hat und mehr Mensch geworden ist, als ihm bisher selbst bewusst war. Er bedauert es aber nicht, sondern ist zufrieden mit sich.
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Mit dem inzwischen zur Insel gebrachten Gleiter bringen Atlan und Rico die Gruppen samt den Pferden zu ihren Bestimmungsorten auf dem Nordteil des amerikanischen Kontinents. Sie müssen nicht mehr betäubt werden, da sie durch die Hypnoschulung keine Angst mehr vor einem Gleiter haben und sogar wissen, was die Sterne bedeuten.  Die Menschen sind selbstbewusst und freuen sich auf ihre neuen Aufgaben, deren Ziel es in ferner Zukunft sein soll, die Menschen zu den Sternen zu führen.
Atlan legt damit ganz bewusst den Grundstein einer großen Vision.
Atlan verteilt die Gruppen auf dem Kontinent und sorgt für den ersten Kontakt zu den Indianern, die aufgrund der den Mexikanern entlaufenen Pferde gerade anfangen, die bis heute glorifizierte „Reiter- und Kriegerkultur“ aufzubauen.
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Am letzten Abend in Amerika führen Atlan und Talia das Gespräch, zu dem sie bisher nicht gekommen sind.
Talia erklärt Atlan, dass sie dieses Mal nicht wieder mit in die Kuppel gehen würde. Sie fühlt sich nicht in der Lage, an seiner Seite älter zu werden, durch den Kälteschlaf zwar langsamer als andere Menschen, aber insgesamt nicht aufzuhalten. Sie habe durch ihn viel gelernt und liebt ihn immer noch oder sogar noch mehr als zu Anfang, aber eben durch dieses Hindernis wäre ihnen keine Zukunft beschieden.
Atlan versucht zwar, sie umzustimmen, indem er ihr sagt, dass es auch arkonidische Medikamente gibt, die den Alterungsprozess aufhalten, aber er muss zugeben, nicht für immer.
Talia besteht auf ihrer Entscheidung. Sobald Atlan das erledigt hat, was er noch erledigen will, nämlich für das Ende des Hexenwahns sorgen, wird sie sich von ihm trennen und zu einer der Gruppen in Amerika stoßen.
Atlan akzeptiert ihre Entscheidung und legt ihr die Gruppe von Manfred nahe. Schon lange hat er erkannt, dass sein Freund ein Auge auf Talia geworfen hat, aber sie als seine Gefährtin für ihn tabu war, genauso wie er für Talia, weil sie ihn liebt.
Rico tröstet sie später, als Atlan schon schläft.
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Anschließend kehren sie noch einmal nach England zurück und räumen die Insel jetzt komplett. Sie schalten auch den Schutzschirm aus. An seiner Stelle installieren sie Psychostrahler, die jedem, der in die  Nähe kommt, suggerieren, dass sie ganz schnell wieder umkehren sollen, weil hier „böse Ungeheuer“ lauern.
Die drei kehren als Einzige in das Städtchen zurück und berichten, dass ihre Gefährten alle umgekommen sind, weil es in dem See Ungeheuer und andere große Gefahren gibt.
Atlan hofft, damit für einige Zeit schon das Interesse an weiteren Erkundungen eingedämmt zu haben.
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Während Rico in die Kuppel zurückkehrt, reisen Atlan und Talia nach Rom. Atlan will seinen Plan verwirklichen und versuchen, mit Papst Innozenz X. (1644-1655) und dem Großinquisitor ein Gespräch „auf Augenhöhe“ zu führen und sie davon zu überzeugen, dass Hexenverfolgungen gegen die Menschlichkeit und christliche Barmherzigkeit verstoßen. Atlan setzte dabei große Hoffnungen auf den greisen Papst (bei seiner Wahl schon 70 Jahre), der mit dem Westfälischen Frieden von 1648 den Krieg beendet hatte.
Atlan bekommt zwar schnell einen Termin für eine Audienz beim Papst, da er mit seinem Psychostrahler nachhilft, aber das Gespräch misslingt von Anfang an. So aufgeschlossen der Papst wirkt, so unnachgiebig ist der Großinquisitor der Kongregation für die Glaubenslehre (Inquisition).
Außerdem unterschätzt Atlan den Hass auf gebildete Frauen. Schon allein die Anwesenheit von Talia, die diesmal offen als Frau auftritt, trägt zur Uneinsichtigkeit der Männer bei.
Atlan bricht das Gespräch enttäuscht ab, aber er gibt nicht auf.
Talia ist nur entsetzt über so viel Unverstand und Frauenhass.
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Atlan dringt nachts unter dem Schutz eines Deflektorschirmes in die Sixtinische Kapelle ein. Dort legt er eine deutlich sichtbare kleine Gruft an, die er versiegelt.
Am nächsten Tag wird sie entdeckt. Man versucht auch, sie zu öffnen, aber es misslingt, da sie von Arkon-Technik abgesichert ist.
Stattdessen öffnen sich plötzlich Türen ohne Zutun von Menschen und unheimliche Geräusche durchziehen die Kapelle.
Verantwortlich für den Spuk ist Atlan, wieder mit einem Deflektorschirm ausgerüstet. Die kirchlichen Würdenträger flüchten zitternd vor Angst aus der Kapelle. Talia mischt sich in Verkleidung unter die panischen Menschen, um einen besseren Eindruck zu bekommen.
Atlan führt diese Aktion noch einige Tage weiter. Immer, wenn Menschen es wieder wagen, die Kapelle zu betreten, beginnt der Spuk von Neuem.
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Nach diesen Tagen dringen Atlan und Talia ungesehen in die Privatgemächer des Papstes ein und werden dort plötzlich wieder sichtbar.
Innozenz ist schockiert und erleidet aufgrund seines Alters und seiner angegriffenen Gesundheit einen Herzanfall. Das hat Atlan zwar nicht beabsichtigt, aber es kommt seinen Plänen sehr entgegen.
Er reanimiert den Papst, obwohl Talia ihn davon abbringen will. Sie kann den Frauenhass nicht verwinden.
Als dieser sich wieder erholt hat und an wundersame Fähigkeiten von Atlan glaubt, eröffnet dieser ihm, dass er für den Spuk verantwortlich ist. Der Papst hält ihn daraufhin für einen Abgesandten des Teufels, zumal er einer Frau so viel Mitspracherecht einräumt. Atlan verneint dies. Als der Papst ihn fragt, woher er kommt und woran er glaubt, sagt er nur: „An die Sterne und die Götter der Sterne …“ Der Papst kann damit nichts anfangen und fragt nicht weiter.
Er erklärt dem Papst, dass er in der neuen Gruft Unterlagen versteckt hat, die – würden sie bekannt werden – das gesamte Christentum zerstören und damit auch dem Papsttum mit seiner Macht die Grundlage entziehen. Aus ihnen würde hervorgehen, dass die Religion „eine Erfindung von Menschen“ wäre und nichts „Göttliches“ hätte.
Außerdem erklärt Atlan, dass er nichts gegen irgendeine Religion habe. Im Gegenteil: er trete für ein Miteinander ein. Aber er verlangte, dass die Hexenprozesse aufhören.
Da Innozenz immer noch nicht überzeugt ist, geht er mit ihm in die Kapelle und führt den Spuk erneut vor. Langsam begreift der Papst.
Atlan droht ihm, dass sich die kleine Gruft öffnen würde, wenn er und der Großinquisitor nicht dafür sorgen, „dass die Scheiterhaufen des Wahnsinns“ verlöschen.
Der Papst verspricht Atlan, sich fortan dafür einzusetzen.
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Atlan hat zur Sicherheit die Aggregate mit kleinen Positroniken und Funkempfängern ausgestattet. So kann es Rico je nach Notwendigkeit immer mal wieder im Vatikan „spuken“ lassen.
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Als Atlan und Talia nach Amerika zurückreisen, ist ihnen klar, dass es viele Jahre dauern wird, ehe die Hexenverfolgungen und die Verbrennungen wirklich aufhören. Aber sie haben das Gefühl, alles getan zu haben, was nötig und möglich war.
Beide verbringen noch eine schöne Zeit miteinander in einem wunderschönen Sommer in dem Indianerdorf, in dem Manfred zusammen mit einer kleinen Gruppe schon Fuß gefasst hat.
Zusammen mit den Kriegern jagen sie Bisons und verbringen einige glückliche Wochen. Manfred wird als Medizinmann und Talia als Medizinfrau offiziell in den Stamm aufgenommen. Medizinfrauen sind bei den Stämmen allgemein hoch angesehen.
Talia muss das Wechselbad der Gefühle Frauen gegenüber im Vergleich zum Vatikan erst einmal verarbeiten. Atlan und Manfred helfen ihr dabei. Sie lebt nach den erlittenen Demütigungen sichtlich auf.
Am Tag vor seiner Abreise nimmt Atlan Manfred das Versprechen ab, sich um Talia zu kümmern. Nachts, als Talia nach einer letzten Liebesnacht schläft, verschwindet er still und heimlich.
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Epilog 1: Bericht Perry Rhodan
Michael und sein Vater sind noch einige Zeit im Bann von Atlans Erzählung.
Atlan lässt ihnen Zeit, Fragen zu stellen. Perry hält sich zurück, überlässt die Fragen Michael.
Dieser stellt seine Fragen, die von Atlan im Kurzabriss beantwortet werden:
Was wurde aus den über Amerika verteilten Gruppen, vor allen Dingen Talia und Manfred?
Diesmal hatte Atlan Erfolg. Alle Gruppen kamen durch. Es gab zwar immer wieder einige tödliche Unfälle, aber sie hatten Nachkommen, denen sie das alte Wissen vermittelten. Zwar verblasste es im Laufe der Jahrhunderte etwas, aber es wurde weitergegeben und vermischte sich mit dem Gauben der Indianer. Es zeigte sich, dass die Entscheidung, den Gruppen hier eine neue Heimat zu schaffen, richtig war.
Die Nachkommen der Alten Religionen blieben immer bei den Indianern, teilten auch ihr Schicksal bei der Unterwerfung durch die Eroberer.
Trotzdem existierte der Alte Glauben überall weiter, in Amerika und in Europa. Kleinste Gruppen retteten das alte Wissen über die Jahrhunderte im Verborgenen.
Als die Menschheit in den Kosmos vordrang und sich damit auch die Toleranz erhöhte, traten sie wieder an die Öffentlichkeit. Der Alte Glauben wurde schon im Jahre 2150 offiziell als Religion anerkannt.
Perry erinnert daran, dass er in diesem Jahr einen Parlamentsbeschluss erwirkte, der allen Religionen die gleichen Rechte und Pflichten zuerkannte.
Talia heiratete Manfred nach den indianischen Riten. Gemeinsam hatten sie vier Kinder. Alle starben eines natürlichen Todes.

Wie lange musste Rico es immer mal wieder im Vatikan „spuken“ lassen?
Ca. 100 Jahre, dann hörten endlich die Hexenprozesse auf. Es war wohl eine Kombination des Spukes mit der langsamen Entwicklung der geistigen Reife der Menschen.
Danach stellte Rico keine Kontakte mehr her.

Wurden die Mini-Positroniken und Funkempfänger nicht erkannt und die Gruft geöffnet, nachdem die Menschheit gelernt hatte, mit der Arkon-Technik umzugehen?
Daraufhin lächelt Atlan und erklärt, dass er probeweise im Jahre 2041 (direkt nachdem er mit Perry Rhodan Freundschaft geschlossen hatte) versucht hätte, den Kontakt herzustellen, dass es allerdings nicht mehr ging. Daraus schloss er, dass man die Geräte geortet und außer Betrieb gesetzt habe. Allerdings wurde davon in der Öffentlichkeit nie etwas bekannt, bis jetzt, als die entsprechenden Unterlagen auch noch gefunden wurden.

Waren die Dinge, die er in der kleinen Gruft hinterlegt hatte, wirklich so brisant?
Es handelte sich um einen kleinen Würfel, auf den man nur drücken brauchte (was jeder der ihn fand früher oder später machen würde). Dann liefen Filmaufnahmen ab, die Rico über seine Spionsonden gemacht hatte. Sie zeigten die damaligen Verhältnisse und auch Jesus selbst.
War Jesus wirklich ein Mensch oder auch ein gestrandeter Außerirdischer?
und:
Warum hast du die Dinge nicht aufgeklärt, nachdem die Menschen reif genug dafür waren?
Jesus war ein Mensch, aber ein Mensch, der seiner Zeit weit voraus war. Ein begnadeter Führer und Demagoge, aber kein Gottessohn.
Die Auferstehung war Atlans Meinung nach ein Zufall. Als die römischen Soldaten Jesus vom Kreuz nahmen und er in das Grab gelegt wurde, war er nicht tot, sondern nur ohnmächtig und scheintot. Nach einer gewissen Zeit kam er wieder zu sich, stand auf – und dadurch war die Legende der Auferstehung geboren.
Einer seiner Anhänger war ein Multi-Mutant, Telekinet, Teleporter und Suggestor. Er unterstützte Jesus mit seinen Kräften und sorgte so für die Wunder, z.B. das Gehen über das Wasser.
Atlan wollte den Menschen nicht ihren Glauben nehmen. Die „Aushebelung“ des Christentums hätte das ganze Imperium erschüttern können. Deshalb hat Atlan sich immer auf den Standpunkt gestellt: Glauben und Wissen sind unterschiedliche Dinge. Wer glauben will und möchte, soll dies nach seiner Entscheidung weiterhin machen.
Perry dankt ihm an dieser Stelle für seine Einsicht und Toleranz. Er selbst wolle für sich am Christentum festhalten.
Atlan und Michael akzeptieren das und erkennen es an. Perry weiß, dass sein Sohn nicht dem christlichen Glauben folgt, sondern dem alten arkonidischen Glauben und akzeptiert dies ebenso.
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Atlan hält jetzt aber doch die Zeit für gekommen, einige Dinge klarzustellen, die schon lange darauf warten.
Atlan ruft über Funk den Vatikan an und bittet um eine Audienz beim Papst. Er fragt Perry und Michael, ob sie mitkommen wollen. Perry lehnt ab und Michael willigt begeistert ein.
Ein Lordadmiral der USO gehört zu den Personen, die aufgrund ihrer Stellung sofort zum Papst vorgelassen werden. Demzufolge können beide sofort aufbrechen.
Michael ist sehr erstaunt über Atlans plötzliche Entscheidung und darüber, dass er ihn mitnimmt.
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Epilog 2: Bericht Michael Rhodan
Der Papst ist ein jüngerer Mann. Seit einigen hundert Jahren haben die Kardinäle des Konklaves mit der Tradition gebrochen, schon ältere Männer für dieses Amt zu wählen. Der Inhaber des Amtes ist in der Regel weltoffen und kommt aus einer wissenschaftlichen Laufbahn.
Atlan ist sehr erfreut über diese Entwicklung. Er führt das Gespräch, Michael hört nur zu.
Atlan fragt den Papst, ob er die Dokumente, die gefunden worden sind, schon Historikern übergeben hat. Der Papst verneint das. Atlan bittet ihn darum, ihm diese Dokumente auszuhändigen, weil er sie damals mit bestimmter Absicht hier deponierte.
Der Papst überlegt einen Moment, dann lässt er die Dokumente durch seinen Sekretär holen.
Natürlich hatte man damals den Würfel mit den Filmaufnahmen gefunden, seitdem die arkonidische Technik auch im Vatikan Einzug gehalten hatte. Der seinerzeitige Amtsinhaber erkannte die Brisanz des Materials sofort und sorgte dafür, dass immer nur der Papst, sein Sekretär und der Leiter der Kongregation für die Glaubenslehre dieses Wissen hatten. Ganz klar war jedem, dass mit einer Veröffentlichung das Christentum keine Existenzgrundlage mehr hätte.
Atlan fragt, warum bei dieser Aufgeschlossenheit, die er sehr lobt, die Kongregation für Glaubensfragen, die moderne Inquisition nie aufgelöst worden wäre.
Der Papst versucht einer Antwort auszuweichen. Atlan lässt das nicht gelten. Er versteht nicht, wieso man die moderne Inquisition weiterhin am Leben erhielt, obwohl auch jetzt der Papst offen erklärt, dass die Hexenverbrennungen ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit gewesen wären.
Der Papst verspricht Atlan, sofort die nötigen Schritte einzuleiten, um die Kongregation in diesen Teilen aufzulösen.
Am Ende fragt der Papst, welchem Glauben der Sohn des Großadministrators folgen würde. Der antwortet offen: dem Glauben an den Kosmos und die Sterne. Der Papst reagiert sehr verwundert, weil allgemein bekannt ist, dass der Großadministrator gläubiger Christ ist.
Michael erklärt ihm lächelnd, dass auch dies für ihn ein Punkt seiner Eigenständigkeit sei.
Der Papst überlegt einen Moment, dann versteht er ihn sehr gut.
Das Gespräch endet mit einer Übereinstimmung in allen Punkten.
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Anschließend fliegen Atlan und Michael nach England zur Insel Avalon.
Sie finden die Insel unberührt und von der Natur total überwuchert vor. Atlan überprüft noch einmal, ob wirklich alle Spuren von damals beseitigt sind und erklärt Michael, was wo war.
Michael versteht erst nicht, warum Atlan die Psychostrahler abbaut und damit die Insel der Entdeckung preisgibt. Er meint nur, die Menschen seien jetzt reif genug, einige Geheimnisse zu verstehen. Außerdem heißt das nicht, dass sie damit wissen, was damals wirklich geschah. Das soll auch weiterhin als Geheimnis gewahrt bleiben. Er hält es nur für sinnvoll, dass die Menschen erfahren, dass es Avalon tatsächlich gegeben hat, aber nicht mehr.
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Epilog 3: Bericht Perry Rhodan
Zwei Wochen später schauen Atlan, Perry und Michael an Bord des Flaggschiffs CREST IV zusammen eine im Imperium führende Nachrichtensendung, die mit der Sensationsnachricht auf Sendung geht, die mysteriöse Insel Avalon, die „Insel der Feen“ wäre nun endlich entdeckt worden, in einem See bei Glastonbury.
Der Legende nach wäre sie dann wohl „wieder aus den Nebeln aufgetaucht“.
Der Reporter berichtet, dass sein Sender versucht habe, eine Stellungnahme von Lordadmiral Atlan zu erhalten, ob dieser vielleicht mehr über die Insel wisse. Leider hätte Atlan jegliche Auskunft verweigert mit dem Hinweis, gewisse Dinge müssten seiner Meinung nach im Dunkel der Zeit verborgen bleiben. Wenn sie über Jahrhunderte nicht von den Forschern enträtselt werden konnten, warum jetzt?
Es wurde der Schluss daraus gezogen, dass aufgrund der Entdeckung wohl sicher sein könnte, dass zumindest ein wahrer Kern an der Sage wäre und man davon ausginge, dass König Artus gelebt habe, was bisher immer wieder kontrovers diskutiert worden sei.
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Nach der Sendung holt Atlan die Dokumente aus der Tasche, die er und Michael wieder aus dem Vatikan geholt haben.
Er erklärt, dass er sich dazu entschlossen habe, sie jetzt zu vernichten. Sie sind nicht mehr erforderlich, weil im Imperium schon seit Jahrhunderten Glaubensfreiheit und -gleichheit nicht nur Worte sind, sondern Tatsache.
Perry lehnt es ab, sie noch einmal vorher anzusehen, fragt aber Michael, ob er sie gesehen habe.
Der bejaht. Perry zieht den Schluss, dass nun neben Atlan auch sein Sohn weiß, was damals wirklich in Palästina geschah.
Gemeinsam vernichten sie die Unterlagen im Konverter auf der CREST IV.


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