Avalon-Fantasien - Band 1



Band 1: Avalons Schwert
Prolog 1: Bericht Michael Rhodan
Michael wird von Atlan zu Beginn seines Prüfungssemesters eingeladen nach USTRAC, dem Ausbildungsplaneten der USO.
Michael soll hier seine Prüfung zum Dagor-Meister ablegen, nachdem er von Atlan über Jahre hinweg nicht nur in der Nahkampftechnik an sich, sondern auch in der dahinter stehenden Philosophie unterwiesen worden ist.
Er fastet einen Tag und steht am nächsten Tag unter simulierten Hitzebedingungen körperlich geschwächt seinem Lehrmeister gegenüber. Es geht Atlan darum, seinem Schüler zu verdeutlichen, wie viel die Kraft des Geistes nach den Dagor-Prinzipien ausmacht.
Der junge Mann schlägt sich tapfer, kann den Kampf aber nicht gewinnen. Das ist auch nicht der Sinn der Prüfung. Die Prüfer wollen sehen, wie weit Michael sich beherrschen kann.
Er besteht die Prüfung mit sehr guter Leistung, weil sein Stolz und sein Durchhaltevermögen ihn antreibt.
Michael ist stolz, dass Atlan als sein Lehrmeister sich selbst zum Prüfungskampf gestellt hat. Nach den Dagor-Richtlinien hätte er das nicht gebraucht, sondern einen seiner vorherigen Meisterschüler damit beauftragen können. Das zeigt ihm deutlich die Wertschätzung, die Atlan ihm entgegen bringt.
Nach der Prüfung erhält Michael im Rahmen einer feierlichen Zeremonie sein persönliches Dagor-Schwert aus den Händen seines Meisters: Excalibur!
Atlan erklärt, dass er dieses Schwert zweimal an einen terranischen König gegeben hatte. Beide Male kam es nach dessen Tod zu ihm zurück. Danach behielt er es, bis er jemanden findet, der dieses Schwert verdient.
Atlan hofft, dass er das Schwert nun nicht mehr zurückerhält, sondern dass Michael es behält und ihm nur Ehre macht.
Michael ist fassungslos und fasziniert gleichzeitig. Atlan erklärt ihm, dass er die Zeit für gekommen hält, einige Dinge aus der Vergangenheit der Erde zu erfahren, die der Geschichtsschreibung unbekannt geblieben sind.

Prolog 2: Bericht Perry Rhodan
Während der feierlichen Zeremonie spricht Atlans fotografisches Gedächtnis an. Perry Rhodan merkt es sofort und sieht erfreut, dass auch sein Sohn Michael entsprechend reagiert.
Zusammen sorgen sie dafür, dass die Feier auf das Notwendigste beschränkt wird und bringen Atlan auf das Flottenflaggschiff CREST IV, weil sie sich dort die nötige Ruhe versprechen.
Hier teilt er ihnen mit, dass er eine Botschaft von ES erhalten hat. Er soll ihnen beiden die Wahrheit über gewisse Mythen der Geschichte erzählen, weil sie, um ihre Zukunft und die Zukunft der gesamten Milchstraße zu bewältigen, über die Vergangenheit informiert sein müssen.
Michael muss sich erst einmal damit arrangieren, jetzt auch zu den „Schachfiguren“ von ES zu gehören.
Atlan erklärt seinen Zuhörern, warum er sich überhaupt damals zum Eingreifen in Britannien entschloss – und warum er dort intensiver eingriff als er es sich sonst zur Regel gemacht hatte: weil einst auch hier Flüchtlinge von Atlantis gelandet waren und dort den Grundstein für die Priesterinnen und Druiden gelegt hatten.

Bericht Atlan
Im Jahre 410 n.Chr., nachdem die Römer die Provinz Britannien aufgeben, bleibt Altan zusammen mit seinem Freund, dem römischen Militärtribunen Marcus Vespanius, noch einige Monate im Land.
Zusammen mit den Priesterinnen und Druiden versuchen sie, das Land gegen die immer mehr werdenden Angriffe der Stämme aus dem Norden sowie die Angeln und Sachsen zu rüsten.
Sie bauen die Insel Avalon als Stützpunkt und Rückzugsort aus und verstecken sie durch einen Energieschirm, der optisch als Nebel erscheint, vor allen anderen Menschen.
Als sie nur noch abwarten können, zieht Atlan sich zusammen mit seinem Freund Marcus in die Kuppel zurück.
Der Abschied fällt ihnen schwer. Sie können nur hoffen, dass die Menschen das, was sie gelernt haben, bewahren können.
Atlan kündigt an, in spätestens einhundert Jahren wieder zu kommen. Bewusst hat er diesmal die Legende von dem Merlin von Britannien, dem unsterblichen Herrscher der Zeiten angelegt, obwohl ihm dabei nicht wohl ist. Es gab aber keine andere Möglichkeit, seine kulturellen und zivilisatorischen Impulse anzubringen.
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Während Atlans Erwachen in der Kuppel wird ihm eine Aufzeichnung mit diesen Ereignissen von Rico vorgespielt.
Der Roboter musste ihn bereits nach nur achtzig Jahren wecken, weil der Kontinent im Chaos zu versinken droht. Die Angeln und Sachsen versuchen die Insel zu erobern, die letzten Nachkommen der zivilisierten Römer führen einen aussichtslosen Kampf und aus dem Norden dringen die primitiven Stämme über den Hadrianswall nach Süden vor.
Das Land braucht dringend eine Einigung, um gezielt gegen die Eindringliche vorgehen zu können. Rico hat bereits recherchiert und schlägt Atlan vor, als Merlin wieder auf die Insel zurückzukehren und dort einen zukünftigen Herrscher auszubilden. Seine Wahl fiel schon vorab auf Artus, den Sohn des Führers Uther Pendragon und Igraine, einer Priesterin der Insel.
Atlan entscheidet sich schnell. Er bereitet wieder alles vor, um in seiner Rolle als Merlin nach Britannien zu gehen. Sein Freund Marcus begleitet ihn, wie vorgesehen.
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Atlan und Marcus fliegen mit dem Gleiter bis an das Ufer des Sees, in dem Avalon liegt und verstecken ihn und den Nachschub ihrer Ausrüstung. Obwohl sie von Rico bereits informiert sind, registrieren sie betroffen die Armut und die gedrückte Stimmung, die über dem ganzen Land liegt.
Atlan erkundigt sich bei den Fischern, die seit jeher die Priesterinnen und Druiden übergesetzt haben, nach den Verhältnissen. Von ihnen erfährt er, dass es sie noch gibt, aber dass sie immer weniger werden. Die Tochter des alten Fischers, bei dem er zu Gast ist, Talia ist von der Hohepriesterin Vivian als zukünftige Tochter der Insel erwählt worden und soll in zwei Tagen ihre Weihe erhalten, nachdem sie sich als würdig erwiesen hat. Die Eltern sind sehr stolz darauf, weil immer weniger junge Menschen beiderlei Geschlechts erwählt werden. Die alten Leute meinen, es läge an dem immer weiter vordringenden Christentum. Immer mehr Menschen verlieren ihren alten Glauben und folgen den Christen.
Von den Fischern erfährt Atlan auch, dass es verschiedene christliche Priester gibt. Auf der einen Seite gutmütige Mönche und Nonnen, die wirklich etwas für die Menschen tun, auf der anderen Seite unnachgiebige Kirchenfürsten, die nur herrschen wollen und die Menschen im Namen des Glaubens ausbeuten.
Die Fischer benachrichtigen eine Priesterin der Insel, damit Atlan und Marcus übersetzen können. Ein junges Mädchen kommt und geleitet ihn zur Insel. Atlan ist sehr zufrieden mit ihrem Auftreten. Es zeigt ihm, dass das Wissen, das er vermittelt hat, nicht verloren gegangen ist.
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Die Männer gehen an Land und lassen sich zur Hohepriesterin bringen. Atlan und Vivian sind sich von Anfang an sympathisch. Sie hat zwar Zweifel, ob er wirklich der erwartete Merlin der Legende ist, der „Herrscher der Zeiten“, aber er überzeugt sie mit einigen technischen Tricks und indem er die Höhle des Wissens öffnet.
Bei ihr lernt er die Tochter der Fischer, Talia kennen. Sie wird von ihm selbst eingeweiht und ist darauf sehr stolz.
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Atlan erwählt sich aus der Pferdezucht der Insel zwei prächtige junge Hengste, einen Rappen und einen Schimmel und reitet sie auf sich ein. Marcus erhält genauso hervorragende Tiere. Die beiden Männer haben viel Freude beim Einreiten der Tiere. Sie wissen, dass sie einige Jahre hier in Britannien bleiben müssen, wenn der Plan Erfolg haben soll. Atlan rät Marcus, sich eine Gefährtin zu erwählen, am besten aus dem Kreis der Priesterinnen, weil diese viel von dem alten Wissen bewahrt haben.
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Atlan wird in einer großen Zeremonie, zu der alle erreichbaren Priesterinnen und Druiden anreisen, als neuer, wieder zurückgekehrter Merlin vorgestellt und übernimmt wieder die Leitung der Insel. Er kündigt an, sie wieder zu schulen, aber warnt sie sehr deutlich, dass sie nicht überheblich werden dürfen. Und dass sie zwar ihren Alten Glauben haben, dem sie folgen (was er nicht ändern will und wird), aber ihm kommt es auf die Vermittlung von Wissen an. Er weist sie an, den Dialog mit dem Christentum zu suchen und es nicht zu bekämpfen. Seine Hoffnung besteht immer noch, dass die gebildeten Menschen sich zusammenschließen könnten.
Gemäß der Tradition nimmt er sich auf diesem großen Fest als „Merlin von Britannien“ eine Gefährtin. Er wählt Talia aus.
Marcus hält sich noch zurück.
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Vivian und Atlan besprechen ihr weiteres Vorgehen. Vivian berichtet ihm, dass es immer schwerer wird, die Menschen beim Alten Glauben zu halten. Die Christen versuchen durch ihre Klöster teilweise aggressiv, die Menschen zu bekehren. Bei vornehmen Familien gilt es als Auszeichnung, wenn ihre Kinder im Kloster erzogen werden.
Das Ziel ist es, sanftmütige Menschen aus ihnen zu machen, die widerspruchslos die Weisungen der Kirchenoberen ausführen.
Atlan erinnert sich an dieser Stelle kurz an die Christen in der Arena von Nero, die als „Opferlämmer“ in den Tod gingen. Er hatte es schon damals nicht verstanden.
Vivian und er entscheiden sich, beim nächsten Belthane-Fest alle Stämme zu einem großen gemeinsamen Fest einzuladen und auch die Bischöfe und Klostervorsteher um ihr Kommen zu bitten. Sie wollen bei diesem Fest die Einigung der Stämme vorbereiten, indem sie Kinder auswählen, die in diesem Sinne erzogen werden sollen.
Atlan weiß, dass das Land nicht ohne das Miteinander der verschiedenen Religionen geeinigt werden kann. Deshalb schwebt ihm vor, diese Kinder sowohl auf der Insel als auch in ausgewählten Klöstern zu erziehen, damit sie beide Welten kennen lernen und später vermitteln können.

Sie entscheiden sich für Artus und Guinevere, weil diese durch ihre Herkunft die meisten Stämme und Königreiche hinter sich vereinigen können. Gleichzeitig schlägt Vivian vor, Artus’ Halbschwester Morgaine als ihre Nachfolgerin zu erwählen und auch auf der Insel auszubilden. (Gemäß Tradition wird die zukünftige Hohepriesterin schon vor ihrer Ausbildung bestimmt und entsprechend geschult).

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Die Stämme und Königreiche des Alten Glaubens folgen der Einladung ohne Ausnahme. Sie fühlen sich durch die Einladung des Merlins von Britannien geehrt. Die christlichen Würdenträger sagen zwar auch zu, aber es kommen nur sehr wenige – und nur männliche. Die Vorsteherinnen der Klöster sind nicht da. Wie Atlan und Vivian erfahren, haben die Priester ihnen die Teilnahme untersagt, da nach ihren Vorstellungen Frauen nicht zu entscheiden, sondern nur zu gehorchen haben.

Atlan und Vivian sehen darin eine gefährliche Dominanz der Männer und sind besorgt. Bisher waren die Stämme vielfach das Matriarchat gewöhnt. Auch sind sie selbst für Gleichberechtigung. Die Priesterinnen können genau so gut mit den Waffen kämpfen wie die Druiden.

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Beim Fest kommt es zum Streit mit den christlichen Würdenträgern. Sie fordern, dass der zukünftige König von Britannien und seine Frau Christen sein müssen und in dem ganzen Land nichts anderes gelten lassen dürfen.

Das führt zu einem Eklat bei den Stämmen des Alten Glaubens.

Atlan sieht ein Scheitern der Verhandlungen und bittet den höchsten Bischof um ein Gespräch mit ihm und Vivian. Der lehnt Vivians Teilnahme ab, weil sie eine Frau ist. Er ist voll in seiner Vorstellungswelt gefangen. Auch Atlan kann ihn nicht zum Nachgeben bewegen.

Atlan zieht daraufhin das Gesprächsangebot zurück.

Nach einer Pause, in der sich alle wieder beruhigen können, erwählen er und Vivian die Kinder, die auf der Insel erzogen werden sollen. Seine Wahl fällt wie schon vorher geplant auf Artus als seinen Schüler, Vivian erwählt Morgaine zu ihrer Schülerin.

Außerdem bieten sie dem Vater von Guinevere an, seine Tochter ebenfalls durch sie auf ihre zukünftigen Aufgaben vorzubereiten, ohne sie zur Priesterin zu erziehen.

Der christliche Vater und der Bischof lehnen ab.

Atlan akzeptiert es so. Guinevere wird in die gerade neu gegründete Abtei von Glastonbury gebracht, um dort erzogen zu werden.

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Es folgen sechs Jahre des Aufbaus und der Verhandlungen. In dieser Zeit kommen Talia und Atlan sich immer näher, die Jugendlichen werden von ihm und von Vivian ausgebildet.

Nur Marcus kann sich immer noch nicht für eine Partnerin entscheiden. Atlan versteht es nicht.

Dann, als Morgaine kurz vor ihrer Weihe steht und eine voll erblühte junge Frau ist, kommen die beiden sich näher. Es scheint, als ob Marcus auf sie gewartet hat, als ob es eine Vorsehung war.

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Auf der Insel lernt Atlan Lancelot kennen, den Sohn von Vivian. Die beiden schließen Freundschaft. Er sollte Druide werden, aber ihm ist das Leben als Ritter lieber. Atlan sieht darin eine gute Chance, sollten sich seine Pläne für einen König von ganz Britannien verwirklichen lassen.

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Atlan besucht die Äbtissin der Abtei von Glastonbury. Er spricht mit ihr über Guinevere. Erfreut stellt er fest, dass die Frau nicht mit dem Eintritt ins Kloster ihren freien Willen aufgegeben hat, sondern im Gegenteil eine der Frauen ist, die im Verborgenen gegen die Männerhoheit des Christentums kämpft.

Die Äbtissin sieht keine Chance mit Guinevere, weil sie zu fanatisch ist.

Atlan schlägt vor, Guinevere die andere Welt zu zeigen. Er vereinbart mit der Äbtissin eine Zeit, zu der er den Schutzschirm der Insel abschaltet. Die Äbtissin macht mit Guinevere einen Spaziergang und gerät dabei „zufällig“ auf die Insel.

Die Äbtissin reagiert begeistert und aufgeschlossen auf das, was sie sieht – ihre Schülerin hat Angst und lehnt alles ab, sieht es als Werk des Teufels. Sie beleidigt sogar Morgaine. Atlan ermahnt das junge Mädchen und bricht die Aktion ab. Er bringt sie und ihre Äbtissin nach Glastonbury zurück.

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Altan und Vivian entscheiden sich, eine Heirat zwischen Artus und Guinevere nicht mehr zu fördern. Beide sehen zu große Gefahren darin.

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Die Königreiche des Alten Glaubens sind bereit, als zukünftigen König den Hirschkönig des alten Belthane-Festes zu akzeptieren. Die christlichen bestehen immer noch auf einem christlichen König. Sie schicken einen jungen, sanftmütigen Königssohn in die Prüfung und denken, dass er die Prüfungen leicht bestehen wird, da es „nur“ darum geht, einen Hirsch zu erlegen. Der junge Mann ist ein geübter Jäger.

Atlan und Vivian bereiten das Fest vor. Bei diesem muss ein junger Mann den Hirsch erlegen und wird damit zum Hirschkönig. Atlan hat wenig Sorge, weil er Artus gut ausgebildet hat.

Der Hirschkönig geht danach eine symbolische Verbindung mit dem Land ein, indem er mit einer jungfräulichen Priesterin, der künftigen Hohepriesterin die Vereinigung vollzieht.

Atlan hat eine Meinungsverschiedenheit mit Vivian, die in dem Inzest zwischen Artus und seiner Halbschwester kein Problem sieht. Atlan setzt sich durch und verlangt zumindest die Verhinderung einer Schwangerschaft.

Zusätzlich sieht er in einem Kind aus der rituellen Verbindung bei der derzeitigen Lage im Land eher ein Problem als einen Vorteil.

Talia erhält von ihm den Auftrag, Morgaine darin zu unterweisen, wie sie eine Empfängnis verhütet.

Morgaine erhält einige Tage vor dem Fest ihre Weihe zur Priesterin und ist sehr stolz darauf.

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Artus wird erwartungsgemäß zum Hirschkönig. Der junge Königssohn hat gegen ihn keine Chance. Anschließend vollzieht er mit Morgaine die rituelle Vereinigung.

Die Stämme erkennen Artus an und er erhält von Atlan sein Schwert Excalibur, hergestellt aus Arkon-Stahl und mit einer Desintegrator-Schneide. Es enthält zusätzlich einen Schutzschirmprojektor, der ihn „unverwundbar“ macht. Atlan warnt ihn, dieses Schwert nie zu verlieren, weil er sonst verwundbar wird – und vor allen Dingen seine Botschaft nicht zu verraten. Auf ihm stehen arkonidische Schriftzeichen, die von den Menschen als Magie angesehen werden. Sie symbolisieren Freiheit, Gerechtigkeit und Respekt für jedes Lebewesen.

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Artus gründet seinen Hof, seine Burg Camelot. Mit Atlans Hilfe wird sie sauber und modern gebaut.

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Unter dem Druck der aus dem Norden vordrängenden Pikten und der einfallenden Sachsen sind die christlichen Stämme bereit, sich Artus anzuschließen unter der Bedingung, dass er eine christliche Königstochter heiratet.

Die schon länger geplante Ehe mit Guinevere wird vollzogen. Artus ist von ihr begeistert. – Atlans Sorgen wachsen.

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Atlan warnt Artus von seiner Frau. Er warnt ihn auch, niemals den Dialog zwischen den Religionen aufzugeben und sich nicht für eine von beiden zu entscheiden. Wenn er das tue, würde die Einheit der Stämme zerbrechen und Britannien wieder in zahlreiche Königreiche zerfallen, die dann eine leichte Beute für die anrennenden Stämme sind.

Artus verspricht es ihm. Trotzdem lassen Atlans Sorgen nicht nach. Er kann sein ungutes Gefühl, in dem ihn auch sein Extrasinn bestätigt, nicht unterdrücken.

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Marcus und Morgaine, die inzwischen auch ein Paar sind, gehen nach Camelot. Morgaine möchte bei ihrem Bruder am Hof leben. Atlan und Vivian stimmen zu, weil sie damit wissen, dass sie auf Unterstützung am Hof zurückgreifen können.

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Gleichzeitig bahnt sich eine Liebesbeziehung zwischen Guinevere und Lancelot an.

Atlan warnt alle Beteiligten vor den Folgen, aber niemand hört auf ihn.

Lange Zeit können Guinevere und Lancelot ihre Beziehung auch vor Artus verbergen.

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In der Schlacht bei Mount Baden Anfang des 6. Jahrhunderts werden die Sachsen von einem riesigen Heer unter der Führung von Artus zurückgeschlagen. Atlan und Talia sowie Marcus und Morgaine kämpfen an seiner Seite. Dank der Schutzschirmprojektoren bleiben alle unverletzt, obwohl es auf beiden Seiten viele Tode und Verwundete gibt.

Artus trägt sein Pendragon-Banner.

Nach der Schlacht werden die Verwundeten beider Seiten mit arkonidischen Medikamenten behandelt. Die meisten überleben, außerdem kommt keine Pest im Gefolge der vielen Leichen. Den Stämmen erscheint das als ein Wunder, welches der Merlin bewirkt, weil sie es anders kennen.

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Nach dem Sieg in der großen Schlacht gibt es noch zahlreiche kleinere Gefechte, weil die Sachsen sich nicht geschlagen geben. Guinevere überredet Artus, von nun an mit dem Kreuz als Zeichen auf seinem Banner in die Schlacht zu ziehen anstatt seines Pendragon-Banners, dem alle Königreiche gefolgt sind.

Das führt zum Abfall vieler Königreiche, weil diese sich verraten fühlen.

Atlan versucht noch einmal, Artus zu überzeugen und warnt ihn eindringlich. Der hört nicht auf ihn, sondern auf seine Frau.

Diese schiebt die Kinderlosigkeit ihrer Ehe auf die Machenschaften der heidnischen Priesterinnen und des Merlins und sie hetzt gegen den Alten Glauben.

Atlan vermutet, dass die Königin aus medizinischen Gründen nicht empfängnisfähig ist. Er schlägt der Königin vor, sie von einer Hebamme der Priesterinnen untersuchen zu lassen, um das abzuklären. Möglicherweise könnten die Priesterinnen ihr helfen. Er sieht auch durch seine arkonidischen Medoroboter eine Chance.

Sie lehnt entsetzt ab und sieht in allem nur Teufelswerk, dem sie sich nicht aussetzen möchte.

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Artus erfährt von dem Ehebruch seiner Frau mit Lancelot. Er versucht sogar, ihr zu verzeihen und sie vor dem Kirchengericht zu schützen.

Der Bischof besteht darauf, dass Artus dem christlichen Gesetz Genüge tut. Eine Ehebrecherin wird auf dem Scheiterhaufen hingerichtet, auch wenn es die Königin ist.

Morgaine, die von Guinevere immer wieder beleidigt worden ist, benachrichtigt über einen kleinen Sender Atlan, weil sie sieht, wie ihr Bruder leidet.

Als Guinevere schon auf den Scheiterhaufen gebunden ist und die Flammen angezündet werden, rettet Atlan sie in letzter Minute und zieht sich damit den Zorn des Bischofs zu.

Er zwingt Artus und den Bischof, das Urteil abzuändern in lebenslange Verbannung in ein Nonnenkloster.

Zum einen will er demonstrieren, dass Menschen nicht auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden dürfen, zum anderen die Königin aus dem Geschehen ziehen, weil er in ihr den Grund für das Scheitern vieler Pläne sieht.

Lancelot ist gebrochen und verlässt Camelot. Atlan sagt nichts mehr dazu und lässt ihn ziehen.

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Artus wird auch nach der Verbannung seiner Frau nicht wieder wach. Zu sehr hat sie ihn verblendet. Die Folge sind Aufstände überall in seinem Reich. Da kein Dialog mehr stattfindet, wird der Alte Glauben immer mehr zurück gedrängt. Zahlreiche Priesterinnen und Druiden finden den Tod.

Artus entwickelt sich zum Feind des Alten Glaubens und versucht seine Tafelrunde völlig unter den Schutz des Christentums zu stellen. Er verlangt von allen Untertanen, dass sie zum christlichen Glauben übertreten.

Atlan will aufgeben. Er ist wieder einmal frustriert von seinen „Barbaren“. Vivian, Talia und auch Marcus und Morgaine motivieren ihn, noch einen Versuch zu machen, ehe er das Land sich selbst überlässt.

Atlan überzeugt Artus von Verhandlungen. Das Treffen soll auf der Burg Camelot stattfinden. Artus sichert dem Merlin von Britannien, der Hohepriesterin der Heiligen Insel und ihrem Gefolge freies Geleit zu.

Marcus, der inzwischen kommandierender Offizier der Palastwache ist, soll den reibungslosen Ablauf organisieren. Immer wieder überprüft er alle Vorbereitungen, hat aber mehrfach das Gefühl, beobachtet zu werden. Er kann trotzdem niemanden fassen. Auch Morgaine, die er einweiht, hat keinen Erfolg.

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Das Treffen wird zum Verrat. Vivian wird von dem Schwert eines christlichen Ritters in den Rücken getroffen. Artus sieht zu und greift nicht ein.

Die Palastwache wendet sich geschlossen gegen ihren Kommandeur. Marcus fällt in einem Schwertkampf mit seinen Untergebenen. Auch für Atlan, Talia und einige Ritter, die sich auf ihre Seite schlagen, ist die Übermacht zu groß.

Atlan schwört Artus Vergeltung und fordert Excalibur zurück, da Artus das, was das Schwert repräsentiert, verraten hat.

Artus verhöhnt ihn nur. Atlan kann ihm das Schwert aber nicht abnehmen. Er muss sehen, dass er selbst Camelot so schnell wie möglich verlässt.

Atlan und Talia schaffen durch die Hilfe Morgaines und einiger Ritter, die peinlich berührt sind, weil sie die ritterlichen Tugenden verraten sehen, mit den Leichen von Vivian und Marcus die Flucht bis zu dem Fischerdorf. Zusammen setzten sie zur Insel über.

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In einer feierlichen Zeremonie werden die Hohepriesterin und Marcus auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Atlan und Morgaine zünden sie an. Beide sind am Boden zerstört. Atlan kann kaum noch denken, weil er keinen Sinn mehr darin sieht, den „kleinen Barbaren“ weiterhin zu helfen. Aber er will nach Hause. Wieder nagen die Zweifel an ihm, was besser ist, den Planeten sich selbst zu überlassen oder ihn mit Hilfe einer Arkon-Flotte aufzubauen. Aber es ist irrelevant, er hat kein überlichtschnelles Raumschiff mehr und ein Arkon-Schiff ist nicht in der Nähe.

Nach der Zeremonie bricht er zusammen. Jetzt erst erkennen alle, auch Talia, dass er bei dem Kampf in der Burg Camelot verletzt worden war. Ein Armbrustbolzen ist ihm in die Seite gedrungen, da er im Vertrauen auf Artus’ Aufrichtigkeit keinen Schutzschirmprojektor trug.

Talia und die Heilerinnen der Priesterinnen, die von Atlan geschult wurden, pflegen ihn gesund.

Entsetzt stellt er danach fest, wie wenige Druiden und Priesterinnen nur noch übrig sind.

Morgaine entschließt sich, obwohl sie durch den Tod ihres Mannes wie erstarrt ist, nach Camelot zurückzukehren. Sie will versuchen, ihren Bruder zur Vernunft zu bringen.

Sie lehnt es trotz Atlans Drängen ab, Vivians Nachfolge anzutreten, wie dies vorgesehen war. Er lässt sie ziehen, versteht sie aber nicht. Die Priesterinnen möchten vorerst keine Nachfolgerin für Vivian wählen, weil sie warten wollen, ob Morgaine doch noch einlenkt. Dies ist im Sinne von Atlan, deshalb stimmt er zu. So lange er selbst hier ist, geht das – danach nicht mehr.

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Artus kann sein Reich nicht mehr halten.

Bei einem Kampf gegen Aufständische wird er lebensgefährlich verletzt, weil ihm sein Schwert aus der Hand geschlagen worden ist.

Morgaine rettet ihn aus dem Schlachtgetümmel und versucht mit ihm zur Insel zu entkommen. Sie findet auch Excalibur und nimmt das Schwert mit.

Sie schafft es nicht, die „Nebel zu teilen“, weil Atlan die Schaltung der Strukturlücke ausgeschaltet hat.

Nach längeren Überlegungen lässt Atlan sie doch durch. Atlan verweigert Artus die Hilfe mit arkonidischen Medikamenten. Er überlässt es dem Schicksal, ob er überlebt, trotz der flehenden Bitten von Morgaine. Die Verbrechen von Artus sind für ihn unverzeihlich. Er erinnert sie daran, dass sie durch Artus ihren Mann verlor, aber sie ist trotzdem auch noch die Schwester des Königs und in einem großen Gewissenszwiespalt gefangen.

Artus stirbt in seinem Beisein und dem von Morgaine und Talia. Bei seinem letzten Atemzug sieht er seine Fehler ein.

Atlan nimmt Excalibur wieder an sich.

Eine Abordnung von Druiden bringt die Leiche von Artus zur Abtei Glastonbury, wo er beigesetzt wird.

Morgaine übernimmt widerwillig die Stellung der Hohepriesterin.

Atlan bereitet seinen Abschied vor, immer noch wie betäubt. Er verzweifelt an der Unvernunft der Barbaren.

Atlan trägt den wenigen Überlebenden auf, ihr Wissen zu retten und an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben.

Mit seinem Gleiter verteilt er die letzten Priesterinnen und Druiden über ganz Europa. Er hofft, dass ihr Wissen zu Keimzellen der Entwicklung wird, an deren Ende einmal der Weg zu den Sternen stehen soll.

Die Insel bleibt hinter dem Schutzschirm verborgen, die Strukturlücke wie bisher auf Codewort geschaltet.

Morgaine entscheidet sich, in Britannien zu bleiben.

Atlan kehrt zerschlagen in seine Kuppel zurück und geht wieder in den Tiefschlaf. Talia nimmt sein Angebot an, mit ihm in den Kälteschlaf zu gehen und das Abenteuer eines Neuanfangs einige Jahrhunderte später zu wagen.

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Epilog 1: Bericht Michael Rhodan

Michael braucht einige Zeit, um sich aus dem Bann der Erzählung von Atlan zu befreien.

Er fragt sich, ob er unter diesen Umständen Artus gerettet hätte. Er verneint das für sich eindeutig. Er fragt seinen Vater, ob er das unter diesen Umständen getan hätte.

Dieser bejaht die Frage ohne Einschränkung.

Atlan merkt an, dass es zwischen Perry Rhodan und ihm immer wieder die gleichen Diskrepanzen über das Vorgehen in derartigen Situationen gegeben hat und wohl auch immer geben wird.

Michael erklärt ganz klar, dass er genau wie Atlan Artus nicht gerettet hätte und registriert mit einem unguten Gefühl die plötzliche Distanz seines Vaters ihm gegenüber.

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Epilog 2: Bericht Perry Rhodan

Perry Rhodan hadert innerlich mit sich, als er erkennt, wie sehr sein Sohn schon die Sichtweise von Atlan angenommen hat. Er macht sich klar, dass das nicht ausbleiben konnte, da sein Freund ihn so intensiv nach seinen Vorstellungen ausgebildet hat.

Er fragt sich, ob Michael nicht zu hart werden könnte und gibt sich selbst die Schuld daran, weil er zu wenig Zeit für ihn hat und ihm deshalb nicht genug von seiner Sichtweise vermitteln konnte.

Michael verabschiedet sich nach kurzer Zeit, weil er für sich allein noch einmal über die Erzählung reflektieren möchte. Atlan legt ihm nahe, bei Fragen jederzeit wieder zu ihm zu kommen.

Michael verlässt mit sichtbarem Stolz mit seinem Schwert Excalibur den Raum.

Perry Rhodan und Atlan spekulieren darüber, was Michael nach seinen Prüfungen vorhat. Sie haben keine Idee, allerdings hat Perry das Gefühl, als ob sein Freund ihm etwas verheimlicht.

Als er keine Antwort bekommt, fragt er ihn, wie es denn weiterging in der Vergangenheit, ob er die Nachkommen der Geretteten weiter beobachtet hat und was aus Talia geworden ist.

Atlan antwortet: „Mehr als das. Talia und ich betraten den britischen Kontinent wieder, als das Land England hieß und sein König Richard Löwenherz war, auch ein Freund von mir, den ich schätzte und förderte.“

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