Plot für eine Stellaris-Geschichte

Ein Roboter mit Ego

Personen der STELLARIS-Besatzung:

Solomon Coscor, Kapitän
STEL, der Positronik-Logik-Verbund des Schiffes
Yannish Capata – Chefsteward
Seker Adhuu - Ara, Frachtmanager
Konsul Zirome, ein Swoon
Ellendea Gloud
Conia Gogolja, Chefingenieurin

Personen dieser Geschichte und ihre Charakteristik:

Professor Dr. Jane Augsten:
Historikerin, herber Frauentyp, geht in ihrer Wissenschaft auf. Gilt als DIE Expertin für die Geschichte der Kosmischen Freihändler. Mit 65 Jahren im „mittleren Alter“.
Besonders Roi Danton ist ihr „Steckenpferd“. Als König der Freihändler war er für sie in ihrer Jugend eine Art „moderner Robin Hood“ und sie bewunderte ihn. Aus dieser Bewunderung wurde später ihr Fachgebiet.
Prof. Augsten ist ein sehr kommunikativer Mensch und schätzt gute Gespräche, aber die Publicity, die ihre Stellung mit sich bringt, mag sie trotzdem nicht. Im Laufe der Jahre hat sie sich damit arrangiert.
Sie ist zusammen mit einigen besonderen Stücken mit der STELLARIS auf dem Weg nach Olymp, wo sie einen Vortrag bei der Eröffnung einer Sonderausstellung halten soll. Da sie viel zu viel zu tun hat, will sie die Zeit des Fluges nutzen, um sich darauf vorzubereiten.
Mit ihr kommen die Behälter mit den Ausstellungsstücken und eine große Transportbox mit rein positronischen (!) Arbeitsrobotern ohne Plasmazusatz an Bord.

Betty Ranton:
Journalistin, 35 Jahre.
Machte eine „Bilderbuch-Karriere“, bis sie einen schlecht recherchierten politischen Beitrag ablieferte und es dadurch viel Ärger für ihren Sender gab. Deshalb wurde sie vorerst zur wissenschaftlich-philosophischen Abteilung „strafversetzt“. Nun versucht sie sich mühsam Artikel für Artikel auf ihre alte Position zurückzuarbeiten.
Hat bisher aus ihren Fehlern gelernt und recherchiert extrem sorgfältig.
Sie bekommt von ihrem Chefredakteur den Auftrag, von der Ausstellungseröffnung zu berichten und ein Exklusivinterview mit Prof. Augsten zu führen.
Betty hat sorgfältig recherchiert und weiß deshalb, dass Prof. Augsten mit der STELLARIS reist. Daher hat sie ebenfalls ihre Passage auf dem Schiff gebucht.
Möchte versuchen, während des Fluges das Exklusivinterview mit der Professorin zu bekommen.

SIGA-I-05-B:
Ein siganesischer Mikroroboter mit Posbi-Plasmazusatz mit „Ameiseneigenschaften“, d.h. er kann bis zum Fünfzigfachen seines eigenen Körpergewichtes tragen.
Er ist 0,5 cm groß und mit siganesischer Mikrotechnik von Zaltis ausgestattet.
(Anm.: Der Roboter hat das Aussehen eines „zu klein geratenen“ Siganesen. 0,5 cm bei 7 cm großen Herstellern entspricht bei einem durchschnittlichen Terraner von 170 cm Körpergröße einer ca. 12 cm großen Minipuppe.)
Seine herausragendste Eigenschaft durch das Posbi-Plasma: Er kann starke Emotionen empfinden.
Der Mini-Roboter ist ein Prototyp. Sonst wird die hypertoyktische Verzahnung zwischen Positronik und Plasma nur bei größeren Modellen angewandt. Deshalb hat die Verzahnung bei ihm nicht vollständig funktioniert. Das hat keine Auswirkungen auf seine Funktionsfähigkeit an sich, aber es führt dazu, dass sein Plasma ein übergroßes Ego entwickelt.

2.437 n.Chr.

Roi Danton, damals König der Kosmischen Freihändler, verteilte nach seiner Rettung aus den Händen der Pseudogurrads durch seinen Vater als Dank einige Modelle seiner vernichteten FRANCIS DRAKE an Menschen, die zu seiner Rettung beigetragen hatten (insgesamt 5 Stück). Der Verbleib ist bis auf eines unbekannt. Dieses eine war im Besitz der Freihändler-Familie Kurohara und wurde mit dem Nachlass des letzten Familienangehörigen im Jahre 2921 alter Zeitrechnung dem Museum in Terrania-City übergeben und gehört seitdem zu den interessantesten Ausstellungsstücken der Freihändler-Sammlung.

Zur Erinnerung:

Burdsal Kurohara überbrachte Perry Rhodan die Nachricht vom Schicksal der FRANCIS DRAKE in Magellan und ermöglichte damit Rois Rettung zusammen mit den restlichen 28 Männern der Besatzung. Das Schiff ging verloren.

Nach ihren Forschungen (besonders von Prof. Jane Augsten in jüngerer Zeit) gehen die Wissenschaftler davon aus, dass das Modell ein Geheimnis enthält. Um es zu sichten, müsste man es öffnen und dabei zerstören, zumindest aber beschädigen. Das widerspricht aber dem Ethos von Historikern und Museen.
Scans haben ergeben, dass es offensichtlich eine Art Camouflageschicht enthält. Denn die Scans ergeben einmal eine Bildtonspule als Inhalt, dann wieder einen Speicherkristall oder ein einfaches Stück Schreibfolie. Die Anzeige wechselt mit jedem Scan, egal wie lange der schon zurückliegt. Deshalb ist eine wissenschaftliche Beweisführung unmöglich.
Burdsal Kurohara und seine Nachkommen konnten das Modell nicht öffnen, ohne es zu zerstören bzw. zu beschädigen. Das Modell wurde von Perry Rhodan im Nachlass seines Sohnes in dessen Kabine an Bord der CREST V gefunden mit der Bitte, es Burdsal auszuhändigen. Der zugehörige Codeschlüssel wurde von Perry Rhodan in seiner Trauer übersehen und als Kurohara ihn später deshalb kontaktierte, war er nicht mehr aufzufinden.
Aus Respekt vor dem gefallenen König verzichteten Burdsal und seine Nachkommen auf eine gewaltsame Öffnung.

Maße des Modells:
Durchmesser 42,5 cm, Frachtkiste rechteckig 1 x 1 m.

Handlung:

Der Frachtmeister der STELLARIS übernimmt die Museumsbehälter und gleicht sie mit seiner Frachtliste ab. Der Behälter mit dem Modell der FRANCIS DRAKE fällt sofort auf. Er fragt Prof. Jane Augsten, die gleichzeitig mit ihren Museumsbehältern an Bord kommt, danach.
Sie erzählt ihm und dem Chefsteward die Geschichte des Modells, die jeder Besucher des Museums in Terrania-City dazu abrufen kann. Es macht ihr Freude, da gerade die Zeit der Freihändler unter Roi Danton (s. oben) ihr Lieblingsgebiet ist.
Die Kiste mit den rein positronischen Arbeitsrobotern des Museums wird ebenfalls übernommen und die Positroniken registriert.
(Anm.: Damit sind sie auf der STELLARIS an sich angemeldet. Eine Bewegungsüberwachung erfolgt nicht mehr, d.h. sie könnten sich theoretisch frei an Bord bewegen.)

Der Chefsteward weist der Professorin ihre Kabine zu.
Sie ist froh, sich einrichten zu können und will gleich mit der Vorbereitung für ihren Vortrag beginnen.

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Kurz nach ihr kommt Betty Rantom an. Sie schildert dem Chefsteward offen ihr Vorhaben und bittet ihn, ihr die Kabine von Prof. Augsten zu nennen.
Yannish Capata lehnt natürlich ab. Aber er rät ihr, einfach zu versuchen, die Professorin auf dem Passagierdeck zu treffen und anzusprechen. Schließlich sei das öffentlich und für alle Passagiere zugänglich.
„Irgendwann wird sie sicherlich eine Mahlzeit einnehmen wollen.“

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Prof. Augsten hat sich in ihrer Kabine frisch gemacht und mit der Vorbereitung auf ihren Vortrag begonnen. Sie verspürt Hunger und entschließt sich, etwas essen zu gehen, eine Denkpause einzulegen und vielleicht interessante Gesprächspartner zu finden.
Deshalb freut sie sich, als sie an einem Tisch den Kapitän zusammen mit der Chefingenieurin und dem Swoon Zirome sowie Ellendea sieht (die trägt ein auffälliges Holo-Ensemble). Solomon bittet sie an den Tisch. Ihr Ruf ist bekannt und die Gruppe freut sich auf ein Gespräch mit ihr.
Es ist eine angenehme Atmosphäre.
Das Gespräch gefällt Jane und sie verschiebt die restlichen Arbeiten an ihrem Vortrag. Sie traut sich den Rest in einer guten Stunde zu. Also „tut sie sich selbst mal etwas Gutes“ und genießt Speisen und Getränke in angenehmem Gespräch.
Dabei erwähnt sie auch, dass die Entschlüsselung des Geheimnisses des Modells der DRAKE für sie noch das „Sahnehäubchen“ ihrer wissenschaftlichen Laufbahn wäre.

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Betty bummelt durch die Einrichtungen der Passagier-Lounge und wartet auf Prof. Augsten.
Sie will schon aufgeben und sich wieder in ihre Kabine zurückziehen, als sie die Professorin zusammen mit den Besatzungsmitgliedern an einem Tisch entdeckt.
Sie lässt sich durch die Anwesenheit der Besatzungsmitglieder (besonders des Kapitäns) nicht beirren, sondern fragt, ob sie sich auch noch dazu setzen könne.
Als sie sich vorstellt und Jane um ein Interview bittet, ist für die Professorin die Entspannung vorbei.
Sie weiß, dass sie nach ihrem Vortrag von Journalisten umlagert sein wird und möchte deshalb ihre freie Zeit vorher nicht dafür opfern.
Zirome vermittelt, indem er sagt, dass ihn gerade dieses Thema sehr interessieren würde. Solomon ist als Kapitän neutral.
Schließlich gewährt Jane der Journalistin das Exklusiv-Interview gegen das Versprechen, es erst direkt nach ihrem Vortrag, der von mehreren Sendern live übertragen wird, zu veröffentlichen.

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Jane und Betty beginnen gerade ihr Gespräch, als Solomon eine Mitteilung des Positronik-Logik-Verbundes STEL erhält. STEL hat im Frachtraum eine winzige Menge posbischen Plasmas angepeilt, obwohl kein Posbi und auch kein Roboter mit diesem Zusatzplasma an Bord registriert ist. Zusätzlich ist die Menge viel zu klein, um zu einem Posbi zu gehören.
Solomon weckt den Frachtmanager und sie treffen sich im Frachtraum (Ellendea und Conia gehen mit), in dem zu dieser Zeit nur Roboter (rein positronisch) Dienst tun.
STEL erklärt, dass ausschließlich das Posbi-Plasma aufgefallen ist (s. oben, Registrierung der positronischen Roboter).
Der positronische Teil gehört zur Gesamtheit der an Bord befindlichen Arbeitsroboter und konnte sich deshalb frei bewegen. (Die Arbeitsroboter an sich werden nicht mehr in ihren einzelnen Bewegungen überwacht, sondern nur als Teil der Fracht registriert. Im Prinzip könnten sie sich also frei bewegen, ohne Alarm auszulösen.)
STEL hat festgestellt, dass der Roboter nur 0,5 cm groß ist und der ist gerade damit beschäftigt, eine Lücke in der Hülle des DRAKE-Modells wieder zu verschließen. STEL hat ihn erst außen am Modell orten können, nicht vorher! Durch seine Tätigkeit an der Hülle des Modells rechnet STEL hoch, dass der Winzling IM Inneren gewesen sein muss (Wahrscheinlichkeit: 98%)
STEL greift in Anwesenheit der Besatzungsmitglieder mit Fesselfeldern zu. Dabei stellt STEL fest, dass dieser winzige Roboter eine Kraft entwickelt, die dem Fünfzigfachen seines Eigengewichts entspricht (= Ameiseneigenschaften).
Alle verfolgen STELS Aktionen und das Wehren des Mikroroboters auf dem eingeblendeten Holo. So etwas haben sie noch nie gesehen.
Dann steht der Kleine auf dem Tisch vor ihnen. Sie können sich sogar mit ihm unterhalten. Er stellt sich vor: SIGA-I-05-B und erklärt sehr stolz (!), dass er seinen Auftrag an sich gerade erfüllt hat. Er drückt sich in der extrem höflichen Art der Siganesen aus, verrät aber nichts über den Inhalt seines Auftrages und wem er gehört.
„Ein Roboter in der Größe eines Fingernagels und so eingebildet“, stellt Solomon überrascht fest.
Durch das posbische Plasma ist der Robot zu Kreativität und Gefühlen fähig. Und er ist STOLZ auf seine Leistung, sich bisher verborgen zu haben, bezeichnet das Orten durch STEL als für ihn unverständlich und fühlt sich in diesem einen Punkt in seiner Ehre gekränkt (!).
Die Besatzungsmitglieder fragen ihn, wie er überhaupt an Bord und in das Modell der DRAKE gekommen ist.
Bereitwillig erzählt der Roboter: Er hatte sich an der Außenkante des Transportbehälters mit den Museums-Robotern festgesaugt und sein Posbi-Plasma in Hyperfrost versenkt, um nicht entdeckt zu werden.
Nachdem die Kiste abgestellt war, begann er zu handeln.
Warum sein Plasma zu früh aus dem Hyperfrost wieder erwacht ist, versteht er nicht.
STEL und die Chefingenieurin diskutieren und sehen die Camouflageschicht als Ursache an. Sie hob den Hyperfrost zu früh auf.
STEL kann an den Speicher von SIGA-I-05-B nicht auslesen, er ist mit siganesischer Technik gesichert, aber STEL kündigt an, daran zu arbeiten.
Die Chefingenieurin reizt das ebenfalls und sie zieht sich in ihr Büro zurück, um ungestört daran zu arbeiten.
STEL fragt die Eigentümerdatenbanken ab (jeder Roboter ist registriert!).
Er gehört einem Studenten der Geschichte mit Namen Jonathan Erling. Außerdem ermittelt STEL die Herstellungsgeschichte (s. oben).
STEL untersucht das Modell der DRAKE. Äußerlich ist kein Schaden mehr festzustellen. Niemand, der es nicht wüsste, würde auf die Idee kommen, dass jemand IM Inneren war, auch sind keine energetischen Spuren mehr zu messen.

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Solomon und Ellendea kehren in das Restaurant zurück. Dort hat Betty das Interview mit Jane fast beendet. Besonders Zirome ist begeistert über das Wissen der Professorin und äußert sich entsprechend, dass er vieles davon noch nicht einmal hätte erahnen können.
Betty freut sich, dass sie ein Interview hat, das ihr hoffentlich ihre alte Stellung zurückbringen wird und die Professorin hofft, durch dieses schon gegebene Exklusivinterview dem zu erwartenden Rummel nach dem Vortrag weitgehend ausweichen zu können.

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Solomo stellt SIGA-I-05-B auf den Tisch. Der stellt sich äußerst höflich vor und genießt sichtbar die Aufmerksamkeit.
Besonders Zirome ist außer sich, zumal für ihn ganz andere Größenproportionen gelten. Beide beginnen kurz eine Art privaten „Smalltalk“ über ihre Größen.
Solomon hört sich das eine Weile an, dann berichtet er, wo der Roboter herkommt und dass er IM Modell der FRANCIS DRAKE war.
Jane kombiniert sofort: Wenn der Roboter IM Modell war, hat er den Inhalt gesichtet und gespeichert.
Solomon erklärt, dass der Speicher im Moment noch nicht auszulesen ist, aber STEL und die Chefingenieurin daran arbeiten.
Jane fragt den Roboter, ob er seine Daten offenlegen würde, der lehnt empört über diese „Aufforderung zum Verrat“ ab. Sein „Auftraggeber“ würde ihm das sehr übel nehmen!
Solomon fragt Jane, ob sie einen  Jonathan Erling kennen würde, der als Eigentümer des Roboters identifiziert wurde.
Jane wird blass. Natürlich kennt sie ihn, er ist Doktorand bei ihr und schreibt gerade eine Arbeit über den Aufschwung der Kosmischen Freihändler unter Roi Danton.
Jetzt ist ihr auch klar, wie der kleine Roboter mit an Bord kommen konnte.
Erling hatte ihr angeboten, beim Zusammenstellen der Ausstellungsstücke und der Arbeitsroboter behilflich zu sein. Sie hatte sich darüber gefreut – und nun das ... sie kann ihre Enttäuschung kaum beherrschen.

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Auf Olymp gehen Jane und Betty zusammen mit den Frachtkisten von Bord.
Im Moment überlegen alle noch, was sie mit dem kleinen Roboter machen sollen. Rechtlich gehört er dem Doktoranden. Aber Jane widerstrebt es, ihn zurückzugeben. Also bleibt er vorerst an Bord und „freundet“ sich mit Zirome an.

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Die STELLARIS ist schon wieder im Raum. Solomon und andere Besatzungsmitglieder verfolgen in der Zentrale die Live-Übertragung von der Ausstellungs-Eröffnung, als STEL und die Chefingenieurin endlich Erfolg haben. Sie konnten das Plasma in Hypnose versetzen und den Speicher auslesen, ohne den Roboter zu beschädigen.
Sie sehen sich kurz die Holoeinblendung vom Inhalt ein, dann handelt Solomon auch schon.
Er ruft den Museumsleiter an und verlangt „höchst dringlich“ Professor Augsten zu sprechen. Einwände, dass sie gleich eine Rede halten müsse und es deshalb nicht gehe, hebelt er aus.
Als er sie persönlich im Holo hat, überblendet er die Aufzeichnung vom Inhalt des Modells.
Selten hat er eine so glückliche Frau gesehen ...

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Die weitere Übertragung sehen sich die Besatzungsmitglieder in der Zentrale zusammen an.
Jane berichtet sehr souverän über das Modell und den gerade erst bekannt gewordenen Inhalt. Sie blendet das Holo ein.
Es ist eine Aufzeichnung auf einer alten Bild-Ton-Spule.
Roi sieht auf dem Bild völlig anders aus als auf den letzten Aufzeichnungen direkt vor seinem Start mit der SOL. In der alten Aufzeichnung ist er deutlich sichtbar noch ein junger Mann, nicht nur körperlich. Durch den Zellaktivator sah er beim Start der SOL immer noch wie ein Enddreißiger aus. Es ist sein Gesichtsausdruck. Er hat noch seine langen schwarzen Haare (Tarnung zu der Zeit), ihm ist deutlich sein schweres Trauma durch den Verlust seiner 900 Männer und seines Schiffes anzusehen.
Er teilt kurz mit: „Danke für deine Hilfe, Burdsal. Ohne deinen gefährlichen Flug würden die restlichen Männer und ich nicht mehr leben. Deshalb enthält diese kleine FRANCIS DRAKE zwei Belohnungen für dich: die Koordinaten eines unbewohnten Planeten in der relativen Nähe von Rois System, den das Solare Imperium noch nicht kennt. Auf ihm liegen reiche Howalgonium-Vorkommen – nicht so reichlich wie auf Rubin, aber sie reichen, um aus dir einen sehr reichen Mann zu machen. Und die Konstruktionspläne für dein Raumschiff, einen 500-Meter-Raumer. Nimm Kontakt mit Dr. Geoffry Abel Waringer auf. Der Name dürfte dir bekannt sein. Er weiß, was er dann zu tun hat. Die Mannschaft musst du dir selbst besorgen. Viel Glück, Fürst Kurohara.“
Dabei lag eine Stück Schreibfolie mit den Koordinaten des Systems, ca. viertausend Lichtjahre von der Erde entfernt.

Kommentar von Jane dazu:
„Fatal ist, dass reines Howalgonium, das zu Zeiten der Freihändler das wertvollste Mineral der Galaxis war und Roi Danton maßgeblich zu seinem Reichtum verhalf, seit dem Hyperimpedanzschock wertlos ist ... - und dass durch den verlorenen Codeschlüssel die Konstruktion eines vielleicht überlegenen Raumschiffstyps für diese Zeit nicht realisiert werden konnte. - Vielleicht war es Schicksal, sollte es so sein ...“
Danach ist sie von Reportern umlagert, aber sie lehnt jedes Interview ab.
Die Reporter müssen sich mit dem Museumsleiter „begnügen“.
Dann kommt über den Sender von Betty die Ankündigung eines Exklusiv-Interviews mit Prof. Augsten, das vor dem Vortrag aufgezeichnet worden ist. Betty kündigt es persönlich vor den Holokameras an. Ihr ist die Aufregung und die Freude deutlich anzusehen.
Betty berichtet, wie es dazu kam, dass der Inhalt des Modells bekannt wurde – und erwähnt ganz besonders, wie durch das Eingreifen der Besatzung des Passagier- und Frachtschiffes STELLARIS verhindert wurde, dass diese Daten  missbraucht wurden. (Anonymisierung des Urhebers usw.).

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An Bord der STELLARIS freuen sich alle.
Zumal nach dem Bericht von Betty über die Reaktion des Senders mitgeteilt wird, dass Miss Betty Rantom zukünftig nicht mehr für die wissenschaftliche Sparte arbeiten, sondern als Abteilungsleiterin (!) das Politik-Ressort übernehmen werde.
„Obwohl Miss. Rantom uns wissen ließ, dass auch die Geschichtsforschung alles andere als langweilig ist, nimmt sie unser Angebot an.“

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Bleibt nur noch der Roboter ...
Der Roboter selbst äußert den Wunsch, nachdem ihm verdeutlicht wurde, wie sehr sein Eigentümer gegen die Regeln des Anstands verstoßen hat (was ihm mit seinen Ehrbegriffen sehr gegen den Strich geht!), sich Betty anzuschließen. Ihr Verhalten und ihre Ehrlichkeit trotz ihrer Situation haben ihm imponiert. Er mag sie.

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Einige Wochen später landet die STELLARIS wieder auf Terra. Jane und Betty, die weiterhin in Kontakt geblieben und sich nach ihren Erlebnissen angefreundet haben, kommen zum gemeinsamen Essen an Bord.
Der Roboter wird Betty übergeben und zeigt sich von seiner allerbesten Seite.
Jane hat ihrem Doktoranden „sehr freundlich“ mitgeteilt, dass sein Roboter beim Auslesen des Speichers „leider“ irreparabel beschädigt worden ist.
Die Professorin hat seine Arbeit nicht abgelehnt, sondern das Thema so umfangreich erweitert, dass der Doktorand daran sicherlich noch sehr lange zu arbeiten hat, wenn er es überhaupt bewältigen kann ...

ENDE

Das Copyright für die PERRY RHODAN-Serie liegt
beim Pabel-Moewig Verlag, Rastatt.

Mit freundlicher Genehmigung.


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