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Bernard Cornwell: Die Artus-Chroniken

Teil 1: Der Winterkönig
Teil 2: Der Schüttenfürst
Teil 3: Arthurs letzter Schwur

Zum Inhalt:

Cornwells Saga beginnt nach dem Rückzug der römischen Truppen aus Britannien. Das Land ist den anstürmenden Pikten aus dem Norden und den über das Meer eindringenden Sachsen hilflos ausgeliefert. Denn das Bündnis der alten keltischen Stämme ist zerbrechlich. Durch das Christentum, das sich immer weiter verbreitet, müssen die alten Götter zurückweichen – und mit ihnen die Menschen, die an sie glauben.

Nur ein Mann kann den Versuch wagen, die Stämme zu einen und das Land zu retten: der Merlin von Britannien, der Schattenfürst. Durch ihn nimmt ein Junge das ihm vorbestimmte Schicksal an: Arthur, der uneheliche Sohn des Großkönigs Uther Pendragon, eint die zerstrittenen Stämme unter seinem Banner und glaubt sich schon seinem großen Traum ganz nahe: Gerechtigkeit, Frieden und Ordnung.

Aber er hat die Macht der alten Götter unterschätzt. Sie mussten sich zwar vor dem immer mächtiger werdenden Christentum zurückziehen, aber sie sind nicht „tot“, weil es nach wie vor Menschen gibt, die an sie glauben.

Die Priesterin des Alten Glaubens, Nimue, fordert ein Opfer von Arthur, das dieser nicht bringen kann und will. Wieder kann er nur durch die Hilfe des Merlins siegen. Es gelingt ihm, die Feinde zurückzuwerfen, aber in der Nacht, in der die Tore zwischen den Welten offen sind, will Nimue ihnen die Rückkehr in die Welt der Menschen ermöglichen.


Bewertung:

Eine sehr gut recherchierte historische Romanserie. Der Leser bekommt auf unterhaltsame Art ein Stück britische Geschichte aus der Zeit der „Dark Ages“ vermittelt.
Cornwell beschreibt Arthur und die Ritter der Tafelrunde nicht als glorreiche, glänzende Helden, sondern als Menschen mit einer für diese Art Erzählungen ungewöhnlichen psychischen Tiefe. Wer bereit ist, sich auf den Stoff einzulassen, spürt genauso den Zauber des Alten Glaubens, die Spiritualität, die hinter ihm steht und die Macht, die er repräsentiert, wenn gewissenlose, fanatische Menschen wie Nimue ihn für ihre Zwecke instrumentalisieren.
Es ist eine Geschichte von Menschen, von ihren Wünschen und ihren Zielen. und von Menschen, die zu dem gemacht wurden, was sie sind.
Dabei bedient der Autor sich einer sprachgewaltigen Ausdrucksweise. Man hat das Gefühl, das Holz des Feuers zu riechen, die Feuchtigkeit des britischen Nebels zu spüren und die Angst der Menschen genauso wie ihre Besessenheit und ihre Brutalität bis hin zum Blutrausch.
Dabei bleibt die Spannung nicht hinter der Sprachgewalt zurück. Beides zusammen bildet eine Einheit, die sich gegenseitig ergänzt.

Ich habe zuerst die englische Originalfassung gelesen und etwas später noch einmal die deutsche Übersetzung. Die ist sprachlich genauso gelungen wie der Ursprungstext.

Das Werk verspricht fast 2.000 Seiten Spannung und Unterhaltungl


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