Montag, 16. April 2018

Meine Reise zum Raum & Zeit Continuum IV.2 nach Braunschweig


Wenn jemand eine Reise tut …
… mein ganz persönlicher Reisebericht …

Raum & Zeit-Continuum IV.2 in Braunschweig
14.-15. April 2018

Am Samstag, 14. April, machte ich mich in aller Früher auf den Weg nach Braunschweig. Das hieß: um 6.57 Uhr fuhr mein Zug ab Heide, an der Westküste Schleswig-Holsteins. Dort, wo alles etwas anders ist und deshalb, genau wie vor Bayern, Schlagbäume errichtet werden, während in Europa die Grenzen fallen.
Nun, vielleicht sollte man überlegen, ob das einen Grund hat …, denn:

Problem Nr. 1:
Bauarbeiten der Deutschen Bahn zwischen Hamburg und Itzehoe
Bedeutet: die normalerweise sehr gute Zugverbindung zwischen Westerland/Sylt über Heide nach Hamburg-Altona mit dem Regionalexpress existiert noch bis Anfang Mai nicht.

Für mich hieß das: Umsteigen in Elmshorn, dann anstelle von Altona zum Hamburger Hauptbahnhof (den ich hasse wie die Pest, weil dort „Nahkampf“ unter Menschen herrscht).
Und: knapp 20 Minuten Wartezeit, ehe mein Zug überhaupt in den Bahnhof von Elmshorn einfahren durfte.

Problem Nr. 2:
Ein überfüllter Zug
In Elmshorn war der Anschlusszug total überfüllt. Gut, wenn man da eine Fahrharte 1. Klasse und eine entsprechende BahnCard hat.
Normalerweise ist mir das bei Nahverkehrszügen egal, aber dieses Mal hat es sich gelohnt.
Denn ich konnte in der 1. Klasse einsteigen, in der noch ausreichend Sitzplätze zur Verfügung standen. In der Zweiten drängen die Menschen sich und viele mussten stehen.

Problem Nr. 3:
Hamburger Hauptbahnhof
Glücklich im Hamburger Hauptbahnhof angekommen, folgte ein netter Spaziergang vom Gleis 7 zum Gleis 14, von dem mein ICE bis zur nächsten Station, nach Hannover, abfuhr. Natürlich durch Menschenmengen. Dabei hatte ich gehofft, dass das am Samstag nicht so schlimm sei wie an Werktagen – weit gefehlt! Menschen, die dem Chaos nicht standhalten konnten, z.B. Eltern mit kleinen Kindern, alte und behinderte Menschen – wurden – wie immer – leider – einfach „untergemangelt“.

Zum Glück hatte ich meinen Platz reserviert und konnte während der nächsten 1,5 Stunden ein wenig relaxen und den Zeitreise-Vortrag von Michael Pfrommer, den ich für ihn halten würde, weil er terminlich verhindert war, noch einmal durchlesen.

Problem Nr. 4:
Technische Probleme bei der Deutschen Bahn zum Ersten …
Das Umsteigen in Hannover und die nötigen Wege waren völlig unproblematisch. Der Bahnhof ist modern und gut und barrierefrei ausgestattet. Auch die Menschen schienen hier nicht ganz so „durch den Wind“ wie in Hamburg zu sein.

Aber „mein“ Wagen des ICE war wegen einer technischen Panne nicht dabei … Also hieß das, in einem anderen Wagen noch einen Platz ergattern.
Das klappte zum Glück recht gut, da der Zugbegleiter sehr hilfsbereit war.
Außerdem betrug die restliche Fahrzeit nach Braunschweig nur noch eine halbe Stunde.

Problem Nr. 5:
Ein Taxifahrer mit Fremdenführer-Ambitionen
Der Bahnhof von Braunschweig ist auch modern, großzügig und barrierefrei angelegt.
Auf dem Hauptplatz bekam ich sofort ein Taxi, mit dem ich zu meinem gebuchten Hotel, dem CVJM-Hotel am Wollmarkt, fuhr.
Den ganzen Weg hat er mir erklärt, was dies ist, was das ist, welches Standbild hier zu sehen ist, was dort im Jahre xxxx geschehen ist usw. usw. usw.
Irgendwie hatte er etwas vergessen – mich zu fragen, ob ich das wollte!
Denn inzwischen war ich irgendwie nur noch müde und gestresst …
Am Zielort, bevor er kassierte, frage er mich dann ganz harmlos (der hat es wirklich nicht gemerkt!): „Habe ich Sie vollgelabert?“ – Meine Antwort: „Ja, ein ganz klein wenig …“
Nun, das wirkte sich entsprechend im Trinkgeld aus …

Und dann kam … endlich!

Highlight Nr. 1:
Ein schönes Hotel mit sehr freundlichem Personal
Obwohl ich außerhalb der normalen Check-In-Zeiten ankam, holte die diensthabende Dame sofort den Schlüssel und ich konnte direkt einchecken.
Ausgesprochen freundlich – und ich musste noch nicht einmal – wie meistens – beim Einchecken zahlen.
Das Zimmer sauber, ordentlich mit zwar kleiner, aber sehr akkuraten Hygieneeinheit.
Das gefiel mir. Denn auf meinen Reisen stelle ich keine großen Ansprüche. Schließlich will ich in einem Hotelzimmer nur schlafen und mich vernünftig duschen/zurechtmachen können (Frau wird älter …).

Highlight Nr. 2:
Ein extrem kurzer Fußweg
Das Veranstaltungslokal Mühle ist das Haus neben dem CVJM-Hotel. Lt. Google-Routenplaner sollte das eine Entfernung von 52 Metern sein. Es waren eher nur 52 Schritte. Fantastisch!

Highlight Nr. 3:
Eine tolle Begrüßung
Im Con-Café im Erdgeschoss begrüßte mich die Veranstalterin, Claudia Hagedorn, sehr freundlich. Deutlich sichtbar freute sie sich über mein Eintreffen. Das tat nach dieser Fahrt doch richtig gut.

Problem Nr. 6:
Ein paar Treppen zu viel …
Auf meine Frage, wo ich denn unseren Stand vom Terranischen Club EdeN, TCE, finden würde, sagte Claudia: „Im 2. Stock.“
„Wo ist der Fahrstuhl?“
„Hier gibt es keinen.“
„Oha …“
„Wege reduzieren … anders geht das nicht.“
Die Treppen – grausig – Wendeltreppen. Auf der Innenseite zu schmal, auf der Außenseite zu weitläufig. Vom Rhythmus weder einer noch zwei Schritte, sondern 1 ½ … sehr, sehr ungünstig … mit einem angeschlagenen Knie.
Aber – wie war das noch – Zähne zusammenbeißen und durch …
Ganz langsam, Stück für Stück … eine Treppe nach der anderen …
kam ich zu:

Highlight Nr. 4:
Unser Stand – und dahinter unser Vereinsvorsitzender Kurt Kobler!
Wow!
Unser Chefredakteur Joe Kutzner war gerade zum Copy-Shop gefahren.
Also habe ich ein wenig mit Kurt geplaudert, das Wiedersehen entsprechend genossen (schließlich hatten wir uns seit dem BuCon im Oktober in Dreieich nicht mehr persönlich gesehen).
Endlich kam dann auch Joe und noch einmal Wiedersehensfreue. Den hatte ich seit einem ganzen Jahr – nämlich seit Osnabrück im letzten Jahr – nicht mehr gesehen.

Highlight Nr. 5:
Ein toller Veranstaltungsraum.
Den habe ich natürlich sofort besichtigt …

Dann um 16.00 Uhr …

Highlight Nr. 6 und Problem Nr. 7 – gleichzeitig
Ein Vortrag mit einem „Konkurrenzprodukt“.
Zu dieser Zeit stand der Vortrag von Michael Pfrommer (s.o.) auf dem Programm.
Leider erschienen nur sieben Zuhörer, weil zeitgleich in einem anderen Raum ein Kaffeeklatsch mit dem Exposé-Autor von Perry Rhodan NEO, Rüdiger Schäfer, stattfand.
Tja, wie sollen kleine Fan-Autoren gegen einen Exposé-Autor ankommen.
Das war wirklich sehr schade. Aber der Vortrag machte mir richtig Freude.
Kurt saß als Co-Autor der Andromeda-Extended-Reihe neben mir auf der Bühne. So hatte ich ein wenig männlichen Beistand …
Der Vortrag kam sehr gut an. Mit zwei Zuhörern habe ich anschließend am TCE-Stand noch weiter über das Thema diskutiert. Wir kamen auf interessante Punkte …

Inzwischen war es 17.00 Uhr, der Tag ging langsam zu Ende.
Kurt fuhr direkt nach Hause und Joe und ich wollten noch zum Essen gehen.
Daraus wurde nichts.

Problem Nr. 8:
Überfüllte Gaststätten
Die beiden Restaurants direkt in der Nähe, ein Italiener und ein Mexikaner, waren komplett überfüllt – und das schon um 19.00 Uhr.
Also ist Joe in sein Quartier gefahren und ich habe mir bei dem Italiener eine Pizza geholt und mich damit auf mein Hotelzimmer zurückgezogen.
Die Pizza war hervorragend und ich habe sie beim TV schauen genossen.
Danach war der Tag zu Ende …

Highlight Nr. 7:
Ein richtig gutes Frühstück
Das Frühstücksbüfett war hervorragend. Ich habe damit gemütlich den Tag begonnen und anschließend ausgecheckt.

Der Sonntag war nicht weiter bemerkenswert. Das Programm lief störungsfrei ab, Joe und ich haben an unserem Tisch abwechselnd die Stellung gehalten.
Zuerst hatte er um 11.00 Uhr seinen Vortrag über den „neuen“ Piratenband von K.H. Scheer, ich dann um 13.00 Uhr meine Lesung über meinen Roman „Starburst“.

Problem Nr. 9:
Eine Lesung mit zwei Teilnehmern
Um kurz vor 13.00 Uhr schlich ich mich bereits ganz leise in den Raum, in dem ich meine Lesung halten sollte.
Dort war der Beststeller-Autor Andreas Brandhorst noch voll im Gang. Mit einer hochinteressanten Diskussion, an der ich m ich sogar noch beteiligte. Nämlich über Künstliche Intelligenzen. Da das Thema KI auch in meinem Roman eine nicht unerhebliche Rolle spielt, habe ich mich gerne daran beteiligt.
Dann schaute Andreas auf die Uhr und stellte erschreckt fest, dass er seine Zeit „ein wenig“ überzogen hatte. „Kommt noch etwas hiernach?“, fragte er.
„Ja … ich …“
Alle lachten gutmütig, Andreas entschuldigte sich in aller Form – was ich echt toll fand – und wir machten einen „fliegenden Wechsel“.

Danach blieben nur noch zwei Teilnehmer bei mir.
Upps – wirke ich so „abschreckend“? Aber gegen den Programmpunkt „SF in Marvel-Comics“ komme ich als kleine Autorin leider nicht an …

Da man mir nachsagt, dass ich gut improvisieren kann, machte ich aus der Lesung eben eine kleine Plauderei über meinen Roman „Starburst“, die Hintergründe und allgemeine SF-Themen.
Da machte sowohl den beiden Teilnehmern, als auch mir richtig Spaß – vielleicht sogar noch mehr als die geplante Lesung.
Man soll eben aus der Not eine Tugend machen.
Zum Schluss las ich ihnen doch noch drei Seiten vor und versprach, den Rest des Textes als Leseprobe demnächst auf meinem Blog einzustellen.

Highlight Nr. 8:
Unser Chefredakteur
Als ich von meiner Lesung zurückkam, hatte Joe unseren TCE-Stand bereits bis auf kleine Reste eingepackt.
Wow!
Danach verabschiedeten wir uns, ich signierte Claudia noch meinem Roman „Das Eroberte Leben“ und dann fuhr Joe mich zum Bahnhof.
Echt toll von ihm! Noch einmal herzlichen Dank an dieser Stelle, Joe!

Und auch ein ganz herzliches Dankeschön an die Veranstalter, Claudia Hagedorn und ihr Team! Ihr habt einen ganz tollen Con organisiert, ein super Programm zusammengestellt, Euch in jeder Form um Eure Gäste bemüht, uns allen den Aufenthalt richtig schön gemacht.
Dass leider so wenig Besucher kamen, war sehr schade, aber das liegt nicht an Euch. Ganz im Gegenteil, Ihr hättet wirklich mehr Resonanz verdient.
Ich jedenfalls bin sehr gerne dort gewesen und danke ebenfalls für die Einladung als Referentin.

Am Bahnhof hatte ich noch knapp zwei Stunden Zeit, weil ich meine Zugverbindung „auf Sicherheit“ gebucht hatte, da ich nicht wusste, wie lange es nach dem Con tatsächlich dauert.

Problem Nr. 10:
Geänderte Fahrpläne
Mein erster Weg führte mich zur Zugauskunft der Deutschen Bahn.
Aufgrund der schon seit Wochen anhaltenden Probleme zwischen Hamburg und Itzehoe/Elmshorn (s.o.) ließ ich mir eine aktuelle Verbindung ab Hamburg heraussuchen.
Und mein Gefühl hatte mich nicht getrogen. Diejenige, die ich mir noch am Freitag (!) ausgesucht hatte, existierte schon wieder nicht mehr – Bauarbeiten zum … ich weiß nicht mehr, wievielten …
Also die nächste Verbindung, wenn sie denn klappt, dachte ich.

Vielleicht hätte ich genau das nicht denken sollen, denn nun ging es erst richtig los.
Die Fahrt von Braunschweig nach Hannover war noch völlig unproblematisch, aber ab Hannover dachte ich für die nächsten Stunden, ich wäre im falschen Film.

Problem Nr. 11:
Technische Probleme bei der Deutschen Bahn zum Zweiten …
Auf dem Bahnsteig in Hannover wurde angekündigt, dass der IC 1086, auf den ich wartete, erst 15 Minuten, dann 30, dann 40, dann eine Stunde – und dann endgültig, als er einfuhr, 40 Minuten Verspätung hatte.
Aufgrund technischer Probleme konnte er keine volle Geschwindigkeit fahren.
Damit war meine neue Anschlussverbindung ab Hamburg schon wieder Geschichte.

Man glaubt es nicht, aber es gab tatsächlich auf der Fahrt ein Highlight!

Highlight Nr. 9
Erstklassiger Service im ICE
Der Service in der 1. Klasse im ICE war wirklich erstklassig.
Erst half mir der Chef-Zugbegleiter, als mir alle meine Sachen beim Anfahren vom Tisch rutschten. Dann setzte er sich zu mir und suchte mir zwei neue Verbindungen ab Hamburg heraus. Eine ab Hamburg Hbf, die andere ab Altona, je nachdem, wann der Zug wirklich eintreffen würde.
Ich atmete erst einmal auf und genoss die nächsten 1,5 Stunden. Wie auf der Hinfahrt atmete ich tief durch. Dieses Mal arbeitete ich nicht mehr, sondern vertiefte mich in einen Roman auf meinem e-Book-Reader, den ich immer auf Reisen dabei habe.
Zwischendurch kam noch einmal der Chef-Zugbegleiter vorbei und händigte mir und den anderen Fahrgästen ein sogenanntes „Fahrgastrechte-Formular“ aus, mit dem ich 25 % der Fahrt aufgrund der Verspätung von der DB erstattet bekomme.

Problem Nr. 12
Servicewüste Deutsche Bahn
Im Gegensatz zum 1.-Klasse-Service war der normale Service wirklich unter … im Moment überlege ich mir sogar, ob ich eine Beschwerde an die DB schreibe, obwohl ich – eigentlich – meine Zeit nicht für so etwas opfere.

Was geschah?
Bei der Ankunft des IC 1086 im Hamburger Hbf hatten wir (eine ganze Menge Fahrgäste!) noch sieben Minuten, um den Anschlusszug, den RE 70, nach Kiel über Elmshorn zu erreichen.
Alle rannten, man sah dieses im Regionalexpress sehr deutlich, denn eine Zugbegleiterin steckte ihren Kopf aus dem Fenster heraus.
Es war von Anfang an klar, wer diesen „Run“ verlieren musste: Ältere, bewegungseingeschränkte Menschen und Eltern mit Kindern. Also auch ich. So blieb ich dann mit ca. dreißig anderen Fahrgästen, völlig außer Atem, direkt vor dem Zug stehen. Besagte Zugbegleiterin schrie von ihrem erhöhten Posten herunter: „Weg von den Türen. Die sind zu.“
Ich rief noch herauf – ich stand direkt unter ihr: „Können Sie denn nicht warten? Der ICE hatte Verspätung.“
„Dafür können wir nichts.“
Der Ton macht bekanntlich die Musik. Sie schloss ihr Fenster, verschwand – und der Zug fuhr los.
Ich stand inmitten der anderen Fahrgäste, die alle extrem ungehalten waren – sicherlich berechtigt …

Ich zog mein Smartphone heraus und suchte nach der nächsten möglichen Verbindung.
Eine Stunde später … ob ich irgendwann an diesem Tag noch einmal nach Hause kommen würde?

Der Zug kam sehr rechtzeitig, wieder die gleiche Verbindung (Kiel über Elmshorn). Ich konnte es mir gemütlich machen und in aller Ruhe auf die Abfahrt warten.
Bei der war ich sehr neugierig – und – was für ein Wunder: es geht auch anders!
Wieder rannten Fahrgäste von einem deutlich verspäteten Anschlusszug auf den Regionalexpress zu. Und dieser – wartete auf die rennenden Fahrgäste, ließ alle noch einsteigen!
Ich glaube, ich schreibe tatsächlich eine Beschwerde an die DB …

Der Rest ist nicht weiter bemerkenswert.
Der Anschluss in Elmshorn klappte einwandfrei. Der Zug nach Husum fuhr von dort aus „frisch“ los.

In Heide erwischte ich einen sehr netten Taxifahrer ohne „Fremdenführer-Ambitionen“.

So kam ich endlich, um 0.30 Uhr anstatt 22.00 Uhr, nach Hause.
Dort begrüßten meine beiden Tiger mich hoch erfreut.

Ich meldete mich bei meinen Freunden zurück, damit diese sich keine Sorgen machten und ging nach einer ausgiebigen Dusche mitten in der Nacht ins Bett … völlig erschlagen schlief ich ein, zwei schnurrende Katzen neben mir …

Das war mein Braunschweig-Wochenende.
Unser Clubredakteur wird sicherlich noch ausführlicheren Bericht über den Con an sich schreiben.
Dieses soll „lediglich“ eine Art Tagebuch-Bericht sein.














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